Raja Lustrina

Und noch eine Andalusiengeschichte aus meiner Tastatur.

In zarten Kindesalter prägte meine Erinnerung die karge Wildwestlandschaft des damals ärmlichen Almerias. In Gemeindegebiet Gador, wo mein Grossvater Eduardo die Jungend verbrachte und noch heute einige Verwandte leben, war ich oft zuteil in jenen Familienstuben.

Im Umfeld dieser rauen Umgebung lebten zahlreiche Überlieferungen gespenstischer Orte. Überlieferungen die meist in grosser Wohnzimmerrunde stand fanden und Ortälteste zum besten gaben.

Familientreffen an der N-340a Mundloch Raja Lustrina
Familientreffen an der N-340a Mundloch Raja Lustrina (Bild, Hansjürg Keller)

Ein solcher Ort bespickt mit tausend Geschichten und Legenden  liegt, unscheinbar an einer Felswand, an der N-340A kurz nach altem Kilometerstein 130. Genannt wird diese Felswandöffnung Raja Lustrina.

Abstract

Raja Lustrina
Raja Lustrina (Bild Luisa Karrer)

Eine Spalte in einer Felswand, bekannt unter dem Namen  Raja Lustrina, ist noch heute wichtige Lieferquelle zahlreicher Gespenstergeschichten. Der hastige Automobilist wird dies Bauwerk, in doch stattlicher Höhe von knappen 4 Metern, kaum bemerken und doch ist der Untertagebau massgeblich beteiligt an der lokalen Legendenbildung.

Ich wär nicht ich und ich hätt nicht gleichtickende Freunde wär nicht genau diese Legendenflut Gegenstand potenzierendes Interesse. So kam es dass eine Handvoll Abenteurer in dies Tunnelsystem, in welches sich nicht mal die Archäologie hineinwagte,  einstieg.  Eine kleine Vermessung, aufmerksame Beobachtungen und ein später gezeichneter Plan schafften etwas Klarheit über dies künstliche Bauwerk.

Nach kurzer Zusammenfassung aller mir bekannten Geschichten und Legenden um dies, rund 350 Meter lange Bauwerk, will ich versucht sein das Stollenwerk, welches möglicherweise auf die erste Maurische Militarisierung unter dem Kalifat der Nasriden zurückzuführen ist, näher zu begründen. Der Lokale Kontext spielt hierzu eine entscheidende Rolle in meiner Argumentation. Die Gegend gilt nach Römischer Herrschaft als reich an Bodenschätzen. Immer wieder dringen Berberpiraten tief ins Landesinnere und plündern zahlreiche Industrieanlagen.

Nasriden-Wappen
Nasriden-Wappen (Bild, Wikipedia)

Eroberungszüge und Zerwürfnisse unter den Nasriden-Familien sorgen für weitere wichtige Militarisierungen der Landschaft. Im Höhepunkt versammeln sich einige Burgen um Felder und Minenanlagen.   

Es ist aber auch durchaus denkbar dass dies Tunnelbauwerk, noch vor dem mächtigen Emirat Granada, um 1000 nach Christus im Zeitalter der Taifa-Königreiche ein mächtiger Lokalherrscher etwa Kalif Abd ar-Rahman III, erbauen liess. Klar erscheint mir, solch Bauwerke waren in der Periode des al-Andalus sehr verbreitet.

Wie sichts gebührt für mystisch, legendenreiche Orte sind noch zu moderner Zeit einige Ungereimtheiten auszumachen. Wenn doch einige um den spanischen Bürgerkrieg angesiedelte Geschichten als unwahr belegt werden können so liegen interessante, nicht näher nachvollziehbare Artefakte in dieser Stollenanlage.

Märchen, Mythen und Legenden

Das aufkommende 19. und 20. Jahrhundert generiert rege Märchenüberlieferung

Um die teils abstrusen Geschichten um dies Bauwerk zu verstehen bedarf es erstmals einer näheren  Betrachtung der regionalen Verhältnissen im aufkommenden 20. Jahrhundert.  Die nördlich von Almeria gelegenen, teils gebirgigen Landpassagen unterliegen, im beginnenden 19. Jahrhundert, einer grossen wirtschaftlichen, wie auch kulturellen Armut.  Der Ablöseprozess vom Grossgrundbesitz mit einem Heer von untergebenen Landarbeitern hin zu unabhängigen Kleinstbauern  zieht nicht ohne Spuren durchs Land. Viele dieser, einst unter dem ausbeuterischem Schutze reicher Grafschaften stehender Landarbeiter müssen nur um eigene Einkünfte kämpfen. Auf kargen Landstücken kein einfaches Unterfangen. Obschon die Region einst reich an fruchtbaren Böden war, akzentuiert sich zunehmend ein monetäres Ungleichgewicht. Ehemalige Grafschaften besitzen grosse Flächen bester Landwirtschaftsflächen, kleine Bauern indes bewirtschaften die dürren Randzonen. Wasser verkommt zunehmend zum Spekulationsgut kontrolliert von eben diesen Grafschaften.

Zögerlich erreicht die Industrialisierung die Region um Almeria. Mit der Gründung der Bahngesellschaft „Compañía de los Caminos de Hierro del Sur de España“ um 1889 beginnt eine beispiellose Investitionsflut in längst vergessene Blei, Silber, Alaun und Eisenminen. Arbeitskraft ist reichlich vorhanden und die Legenden um die reichen Vorkommen in den Bergen längst nicht verklungen. Grosse wie kleine Investoren verschärfen die soziale Ungleichheit nochmals zusätzlich. Die Lebensbedingungen der Minenarbeiter sind vergleichbar denen des Bergknappen im Mittelalters. Analphabetismus ist weit verbreitet die medizinische Versorgung katastrophal. In dieser Umgebung gedeiht Aberglauben, Scharlatane und selbsternannte Heiler schiessen aus allen Löchern.

Das Verbrechen von Gador

Kleine Abschweife ins Reich Faktenbasierender, lokaler Legenden,    

Im Juni des Jahres 1910 sollte in Gador eines der abscheulichsten Verbrechen geschehen welches tief sich in die Legendenbildung einnistete. Dieser Mordfall, unter Namen „Crimen de Gádor“ im Volksmund bekannt, erschütterte weite Landesteile. Damals kannten alle grösseren Dorfgemeinschaften sogenannte Heiler die, in einem medizinisch unterversorgtem Umfeld, über viel Macht verfügten.

Zeitungsartikel das Verbrechen von Gador
Zeitungsartikel das Verbrechen von Gador

Auch in Gador trieb solch ein Heiler mit Namen Francisco Leona Romero wüstes Unwesen. Die selbsternannten Heiler kannten eine Vielzahl höchst umstrittener Arzneien zur Behandlung damals wenig bekannter Krankheiten.  Die Tuberkulose, so  wusste Francisco Leona, liesse sich mit frischem Blut und Fett eines Knaben behandeln und die Tuberkulose war zu jener Zeit eine durchaus vorkommende, schwere Lungenkrankheit die auch wohlhabendere Dorfbewohner befallen konnte. Der 55 Jährige Francisco Ortega war  schwer gezeichnet vom Tuberkulose-Lungenzerfall was ihn dazu bewegte, gegen reicheres Entgelt, die Entführung und Ermordung eines Buben anzuordnen.  Leona und Julio Hernández machten sich auf um einen Knaben zu entführen um diesem Blut und Fett zu entnehmen. Am 28. Juni 1910 wurden die beiden Entführer fündig und ermordeten in der Folge den jungen Bernardo González Parra im Cortijo de San Patricio, Wohnort des Kranken Francisco Ortega. Francisco Ortega solle noch das warne Blut des noch lebenden Bernardo, mit etwas Zucker gesüsst, getrunken haben.

Es verstrichen nur wenige Tage bis erste Schuldige ermittelt wurden. In einem Aufsehenerregenden Prozess sind alle 3 Hauptangeklagten Francisco Leona, Julio Hernández und Francisco Ortega zum Tod verurteilt worden.

Francisco Leona welcher den kleinen Bernardo in einem Sack gefangen hielt wird im Volksmunde der Mann mit dem Sack genannt. So geistern noch heute, um die Personen Leona und Ortega, zahlreiche Vampierlegenden durch die Erzählstuben Dorfältester.

Raja Lustrina, die Legenden

Die Raja Lustrina ist noch heute ein verwunschener, unbekannter und mystischer Ort. Die künstlich angelegte Felsöffnung inspirierte, insbesondere im aufkommenden 20. Jahrhundert, die umliegenden Dorfgemeinden, Rioja, Pechina und Gador zu angeregter Märchen und Sagenbildung. Die Tatsache dass der Stollenbau schnell ab Mundloch in zwei sich verengende, stockdüstere Zweige schliesst, schreckte mach Neugierigkeit übermütiger Dorfjugend ab.

Älteste erzählten von Kilometerlangen Stollenwerken, die vollbespickt mit Fallen, jedem Eindringling ein jähes Ende bescherten. Es solle niemand je dies Bauwerk lebend verlassen haben und doch glaubten einige sehr genau Art und Bauweise der tödlichen Hindernisse zu kennen.

Mein Grossvater und einige weitere altere Bewohner des Ortes Paulenca, ein Quatierteil von Gador, berichteten von tiefen Schächten, in mitten der Raja Lustrina Tunnelbauten, die mit aufgerichteten Speeren bestückt waren. Verwirrende Stollenabzweigungen in Form unterirdischer Labyrinthe sorgten für effektiven Orientierungsverlust und herunter kippende Falltüren würden den Rückzug nachhaltig verunmöglichen.

Auch über die Stollenlänge und der Entstehungsepoche schien mehrheitlich Einigkeit zu bestehen.  Zur Maurenburg Tabernas solle das Bauwerk führen, eine Luftlinienlänge von 11.68 Kilometer in der Zahl, und klar, der Zeitepoche al-Andalus sei das Untertagewerk anzusiedeln.

Es bestand nie Zweifel, solch Bauvorhaben war zu keiner Stunde in friedfertiger Absicht errichtet.

Als der spanische Bürgerkrieg, 1936 bis 1939, entbrannte, erwuchsen neue Legenden. Die Raja Lustrina wird in dieser Lokal Konfliktbeladenen Zeit als Versteck genannt. Etliche von den Francotruppen Gesuchte sollen sich, der Legende nach, in den alten Stollen versteckt haben.

Heute ist klar, die Zeitepochenannahme stimmt soweit ersichtlich bedarf aber einer differenzierten Betrachtung. Die Stollenlänge liegt indes nur bei knappen 350 Metern. Fallen sind keine eingebaut und die verzweigenden Stollenarmen sind, bis auch eine Ausnahme, alle Verstürzt.

Die Raja Lustrina, Faktenlage

Eine am 10. Mai 2018 angesetzte Vermessung des Stollensystems schaffte verbindliche Klarheit über Länge, Funktion und Zustand der Stollenanlage. Dank einer detaillierteren Untersuchung  konnten weitere Rückschlüsse über Alter und Zweck des Baus gezogen werden. Als Vermessungswerkzeuge dienten, der umgebaute Leica Laserdistanzmeter Disto X1 und die Verarbeitungssoftware Topodroid.  Mit Hilfe der erfassten Daten war es mir möglich einen exakten Plan nachzubilden. Dieser Plan gibt Auskunft über approximative, heute verstürzte, Tagöffnungen.

Plan Raja Lustrina
Plan Raja Lustrina Plan in PDF-Form

Die Tunnelanlage teilt sich nach einer kleinen Halle in zwei Grundstrecken. Verschiedene Abzweiger führten einst, vermutet, an Verteidigungsfenster in steilen Felswandpartien. Von den Fenstern ist heute nur noch eines erhalten. Alle anderen Öffnungen sind verschwemmt, verstürzt oder beides. Die kleine Halle nach der Spalte, kaum 1.2 Meter breit, ist die einzige Untertagezone in welchem ein aufrechter Gang gut möglich ist. Kurz nach Eingang senken die Stollenhöhen auf 1.4 Meter und weniger.

An der heute zugänglichen Eingangsfront ist ein Verteidigungs-Turmbauwerk zu vermuten. Art und Form des Eingangs lassen einen angebauten, höheren Gebäudekomplex erahnen. Spuren des Turmes sind indes keine mehr Sichtbar. Der Strassenbau, der Autobahnbau und die fortgeschrittene Erosion vernichteten mögliche Zeitzeugen.

Eingangszone Raja Lustrina, vermuteter Turmstandort
Eingangszone Raja Lustrina, vermuteter Turmstandort (Bild: Hansjürg Keller)

Die auf meinem Plan visualisierte Mauer erachte ich nach heutigem Wissensstand als eher unwahrscheinlich. Historische Fakten, die ich in einem späteren Kapitel weiter ausführen werde, deuten auf eine Verteidigungslinie entlang des, mehrheitlich trockenen, Flusses „Rambla Tabernas“. Das zu verteidigende Landgut liegt, gemäss heutigem Wissensstand, am Fusse der Sierra Alhamilla, genannter Hügel „Cerro del Fuerte“, oder aktuell unter der Bezeichnung „Cerro de la Mina“ bekannt. Und, wie der neuere Flurname andeutet, warens vorwiegend Bergwerke die militärischen Schutz genossen.

In der Eingangshalle findet sich heute vereinzelt etwas Abfall, leere Kunstoffkanister, Papier und gar ein leerer Koffer welcher vermutlich massgeblich zur Legendenbildung beigetragen haben könnte. Beide Hauptstollenzweige indes sind frei von etwelchen Entsorgungsspuren.

Nordoststrecke

Das Stollenwerk ist mehrheitlich in weichen Sandstein gehauen, zeitweilig quert die Nordoststrecke kurze, Sandsteinverpappte Nagelfluh-Zonen was jedoch eher die Ausnahme ist. Sich Tag nähernd erscheinen wenige Wurzeln die auf eine punktell, niedere Überdeckung deuten.

Raja Lustrina
Raja Lustrina Hauptstrecke

Bearbeitungsspuren sind nur sehr spärlich zu beobachten was darauf deutet dass sich der Stein von sehr weicher Konsistenz über die Jahre, Jahrhunderte, von den Wänden löste.

Raja Lustrina Nordostausgang
Raja Lustrina Nordostausgang

Der Endpunkt der Nordostsrecke lässt sich heute sehr genau bestimmen. Die Versturzone ist kaum 6 Meter lang ehe die Tagesseite erreicht wird. Ob am Nordostmundloch einst ein Gebäude, welches der Verteidigungsanlage zudiente,  stand, lässt sich heute nicht weiter bestimmen. Die Erosion ist an dieser Stelle stark fortgeschritten, Spuren sind gänzlich verwischt. Fakt ist, der  Nordostzugang liegt gut getarnt in einer kleinen Gebirgsnische.

An der, rund 280 Meter langen, Nordostsrecke liegen 4 Verzweigungen, zwei Linksansetzend, zwei Rechtsansetzend, an. Alle Verzweigungen sind nach einer gewissen Länge, maximal 26 Meter, mit Schutt und Schwemmaterial verfüllt. Alle Abzweiger dürften an Fenster geführt haben die zur Verteidigung dienten. Der, auf Luftaufnahmen georeferenzierte, Grundrissplan zeigt die Abzweigrichtung an steile Felsabruchpartien mündend. Möglicherweise standen einst Bogenschützen in den Öffnungen die, im Schutze des zerklüfteten  Sandsteinabbruchs, über die Minen wachten.

Raja Lustrina
Raja Lustrina (Bild: Andreas)

Die Stollenhöhen variieren zwischen 1.5 Meter und bescheidenen 51 Zentimetern wobei, anmerkend, dies nicht die originale Profilhöhe war. Von den Wänden  rieselt sehr viel Feinmaterial welches sich locker über den Boden verteilt, dies mal Faktor Zeit sorgte für die Verengung. Möglicherweise erreicht der Feinsand eine Bodenbedeckung von 30 Zentimetern. Zwar glaub ich kaum an komfortable Dimensionierungen des Stollensystems doch alleweil mussten Krieger mit Waffen in einer vernünftigen Zeit von A nach B gelangen.  

Ein Archäologisches Kuriosikum steht ab Meter 203 an. Eine kurze mit Gips oder Zementbaumeisterei ausgebaute  Teilstrecke überbrückt das gewohnt bröckelige Sandsteingewölbe.   

Raja Lustrina ab 203 m
Raja Lustrina ab 203 m

Diese Teilstrecke, in etwa 6 Meter lang,  gibt einige Rätsel auf. Die Datierung der Ausbauten passt nicht in die Maurenepoche. Das verwendete Bindemittel erscheint mir doch eher neueren Datums. Am Boden liegen grössere Steine die nicht zur Geologie der Stollenwände passt, ergo sind diese Brocken mühsam über all die Engstellen transportiert worden.

Raja Lustrina ab 203 m
Schaufel in der Raja Lustrina ab 203 m

Eine Schaufel, Baujahr 21. Jahrhundert und wenig benutzt steht angelehnt am der Wand. Etliche Indizien sprechen für eine Pflege dieses kleinen Abschnittes, dies jedoch ohne einen, mir erschlossenen, näheren Sinn.  Nichts deuten auf eine hervorstechende Einbruchgefährdung des Profils hin. Es ist zwar denkbar dass unter neuerem Bindemittel, mittelalterliche Bautechnik verborgen liegen könnte doch noch immer bleibt der Zweck des Ausbaus schleierhaft. Der Statik nach zu urteilen unterbindet der Bindemittelverbund, nicht besonders Nachhaltig, die Rieselwirkung der Stollenwände.

Lokalen Behördenvertretern, Ortsgemeinde Rioja, sind keine Grabungsarbeiten oder sonst welche, bewilligungspflichtige Baumeistereien bekannt.  

Südoststrecke

Die Südosstrecke ist mit 40 Metern deutlich kürzer aber umso verworrener. Auch wieder gibt’s mehrheitlich verstürzte Verzeigungen zu Stollenfenstern.  Und, wie gewohnt, weicher Sandstein als Grundmaterial der Stollenbegrenzung.

Ein 12-Metriges Teilstück verläuft Südwestlich um anschliessend in fast rechtwinkliger Richtungsänderung einen Südostkurs anzusteuern. Kurz vor dieser Kurve schliesst ein steigender Aufgang an. Leider ist dieser Aufstieg bald verstürzt und folglich unpassierbar. Kurz anschliessend an die Grundstrecke folgt noch ein Westzweig welcher als einziger an ein offenes Stollenfenster führt.

Stollenfenster Raja Lustrina
Stollenfenster Raja Lustrina (Bild: Andreas)

Schnell wird die Ursache der Verschlammung in den Stollenfenstern klar. Der saisonal wiederkehrende Starkregen löst grosse Mengen an Material ab. Das Schlammgemisch fliesst in die Stollenfenster bis auf die tiefer gelegene Hauptstrecke. Die Südbauten sind massiv vom Erosionszerfall betroffen.

Ein weiterer äussert interessanter Fund liegt in dieser Zone. Eine nicht vollendete Strecke gibt Ausschuss über die Vortriebstechnik Maurischer Bergleute. Der Stollen verengt in nicht fahrbare Profilmasse. Mit langem Werkzeug, in Art des Speers, ist die kleine Stollenbrust traktiert. Mit gekrümmter Langstiel-Schaufel zog der liegende Knappe den geknackten Sandstein aus der Verengung. Erst im zweiten Arbeitsgang weiteten Arbeiter das vorhandene Miniprofil auf Fahrbare Masse. Der nicht vollendete Stollenansatz misst 5 Meter Länge.

Kurz nach dieser Verzweigung macht sich Tageslicht in einer grossen Abbruchstelle breit. Die einzige Kreuzung mit seitlichen Armen ist, bedingt durch Erosion und magerer Überdeckung, eingestürzt. Alle zweige führten einst an mutmassliche Stollenfenster.

Im Unterschied zur Nordostzone sind in der Südzone die Stollenfenster, auch wieder 4, auf engem Raum zusammengedrängt. Die Front der Südzone schien Strategisch erachtet deutlich wichtiger. Und in der Tat, denk man sich heute Autobahn und Strasse weg so öffnet sich die Sicht über die gesamte Breite des Rambla Tabernas-Tals. Ein idealer Verteidigungsort für geübte Bogenschützen.

Gesamtsituation,  Legendenwiderlegung

Die Raja Lustrina war ein militärischer Verteidigungstunnel mit verschiedenen, in Felswände mündender Fenster. Ob aktuell eine Nutzung ansteht weiss niemand indessen trauen sich noch heute Wenige in dies düstere Werk.

Die ins Luftbild, PNOA, georeferenzierte Grubenzeichnung zeigt ein mögliches Verteidigungsdispositiv.

Raja Lustrina
Raja Lustrina Plan georeferenziert auf PNOA

Die Verteidigungslinie zieht von Süden nach Norden westlich des Stollensystems etwa im Bereich der heutigen Autobahn N-340. In hoher Wahrscheinlichkeit stand ein Turmbau am, heute offenen, Westzugang. Das zu verteidigende Gebiet liegt im Osten auf dem Hügel „Cerro del Fuerte“, auch bekannt als „Cerro de la Mina“, und ist seit Bronzezeit bekannt. Archäologische Funde  auf dem Cerro del Fuerte konnten Nekropole der frühen Bronzezeit und Befestigungsmauerreste der römischen Besatzungszeit zuordnen. Die Raja Lustrina wird, meine Annahme, viel später, zwischen 11. Jahrhundert und 13. Jahrhundert gebaut. Zweck des Baus war die Verteidigung der Minenanlagen auf der Sierra Alhamilla.

Gerüchte?

Die Raja Lustrina war, rein sachlich betrachtet, einzig ein Militärbau  zur Verteidigung schützenswerter Gebirgszonen. Fallen gibt’s keine, Geister sind uns auch keine begegnet. Die Gesamtstollenlänge  lässt sich bei 350 Meter festnageln, dies dürfte auch zu Betriebszeit so gewesen sein.  Mir nicht bekannte Geheimgänge sind, aus Bergmännischer Sicht, ausgeschlossen.

Der Zusammenhang zur 12 Kilometer weiter nördlich gelegenen Maurenburg Tabernas scheint naheliegend.  Ein Stollen von 12 Kilometer indes gabs nie.

Ein Leben im Raja Lustrina-System, wenn auch nur kurzzeitig, erscheint absolut unrealistisch. Die räumlichen Verhältnisse sind sehr beengt, der aufrechte Gang praktisch überall unmöglich und alle weiteren Ausgänge sind zu. Ein Fluchtort während des Spanischen Bürgerkriegs kann somit ausgeschlossen werden.

Wer heut jedoch am Untertagewerk kürzlich arbeite ist mir und einer Gemeindeverantwortlichkeit schleierhaft.

Auch Raum zu Spekulationen öffnen die Einbauten ab Meter 203.

Historischer Kontext

Die Zone um Almeria herum galt seit Menschengedenken als fruchtbare und rohstoffreiche Region. Es sind, im Laufe einer langen Geschichtsspanne, immer wieder bedeutende Zentren entstanden. Leider bleiben viele Fakten, dieser wichtigen Zeitreise,  im verborgenen was letztlich, bis in die heutigen Tage hinein, massgeblich zur Legendenbildung beitrug. Der Islamische Staat, in der Zeit seiner Hochblüte unter Abu Bakr al-Baghdadi, nannte die Epoche des Al-Andalus  mögliches Modell für die Europäische Okkupation und anschliessende Islamisierung.

Erst in den letzten zwei Jahrhunderten mauserte sich die Region, dank spekulativer Investitionen in Bergbau  und Landwirtschaft, zum Armenhaus Spaniens. Eine Armut die zusätzlich während des Spanischen Bürgerkriegs weiter angeheizt wurde.  Das zunehmende Interesse an der historischen Vergangenheit Almerias ist eine eher neuzeitliche Erscheinung die, seit  rund 40 Jahren, eine gewisse Unterstützung von seitens der Hochschulen, erfährt. Ich bediene mich, bei meiner Recherche, einem grossem Fundus an vorhandenen Arbeiten die um die Jahre 2000 bis heute publiziert wurden, dem Internet sei Dank. Die Raja Lustrina indes bleibt noch bis aktuell mehrheitlich unentdeckt und unerforscht.  

Vorrömische Zeitepoche

Erste Besiedlungsspuren lassen sich auf die Jahre 3000 vor Christus datieren. Die El-Argar-Kultur, eine zweiphasige bronzezeitliche Kultur, die zwischen 2200 und 1550 v. Chr. weitläufige Gebiete um Almeria herum bewohnte, sticht besonders hervor. Ausgehend von der Siedlung „Los Millares“ verbreiteten sich die El-Argar -Völker über weite Teile Region.

 Los Millares und Anrainer

In Los Millares lebten in Spitzenzeiten bis zu 5000 Einwohnern die Landwirtschaft wie auch Kupfermetallurgie betrieben. Die kleine Stadt mit ausgedehnter Befestigungsmauer umfasste eine Vielzahl an  kleinen Behausungen, Werkstätte und Bestattungshügeln. Bereits zu jener Zeit, dies belegen umfangreiche archäologische Funde, spielten die Kupfervererzungen der Sierra de Gador eine massgebliche Rolle bei der Besiedlung der Anhöhe oberhalb des Flusses Rio Andarax. Umfangreiche archäologische Auswertungen von Los Millares, im hiesigen Jahrtausend, förderten ein breites Wissen zur überregionalen Bedeutung der damaligen Bauern und Handwerkern.  Los Millares war vermutlich treibender Motor für die Entstehung weiterer Kupferzeitlicher Dörfer um Almeria herum. Nach aktuellem Wissenstand gilt jedoch Los Millares als Europaweit grösste Kupferzeitliche Siedlungsarchitektur.

Los Millares
Rekonstruktion „Los Millares“ Mauer und Wohnhütten (Bildquelle: https://www.andalucia.org/de/santa-fe-de-mondujar-kultureller-tourismus-enclave-arqueologico-los-millares)

In der Kupferzeit, so belegen diverse archäologische Funde, sind einige weitere Landwirtschaft- und Bergbautreibende Siedlungsgemeinschaften entstanden. Auch so, im Schutze des, von der Raja Lustrina durchbohrten, Sandsteinblocks lang einst, gemäss Vermutungen, eine weitere, bedeutend kleinere Kupferepochen-Siedlung. Am Fusse des Hügels „Cerro del Fuerte“, auch bekannt unter Flurnamen „Cerro de la Mina“, sind bei Ausgrabungen Reste einer Nekropole aus der ersten Kupferepoche zu Tage getreten. In naher Umgebung wird von Siedlungsfunden rund um die Zeitepoche der El-Argar berichtet. Auch in dieser Hügelkette, am Fusse der Sierra Alhamilla, sind seit Menschengedenken Kupfervererzungen bekannt. Nicht zufällig der neuere Flurname „Cerro de la Mina“ welcher auf die zahlreichen Minen hindeutet.

Es dürfte auf der Hand liegen dass die Region um Almeria herum, mit damalig üppigerer Vegetation und reichen Bodenschätzen, lange als begehrter Niederlassungsort galt.   Auch scheint erwiesen dass damalige Völker nahe Handelskontakte zu Seefahrern aus Nordafrika pflegten.

Römische Besatzung und die Bodenschätze

Die Römische Besatzung der südlichen, Iberischen Halbinsel lässt sich auf die Zeitepoche zwischen 190 vor Christus bis ca 500 nach Christus datieren. Insbesondere das zentralistisch regierte  Kaiserreich, 27 vor Christus bis 395 nach Christus, errichtet eine immense Kilometerzahl an Verkehrswegen und Infrastrukturbauten.  Die Minen erlangen in dieser Zeitepoche erneut eine zentrale Bedeutung. Silber, Blei, Kupfer, Gold aber auch Eisen sind, dank römischer Verkehrsverbindungen, begehrte Exportgüter.

Die Hafen-Stadt „Nova Carthago“, heutiges Cartagena, als wichtiger Verladeort entsteht. Bald solle auch „Los Baños de Guardias Viejas“ 40 Kilometer östlich von Almeria, mit „Portus Magnus“ zur Hafenstadt werden.  Unbestritten trieben, vor den Römern, die Völker der El-Argar Handel  mit Seefahrern. Elfenbein und Strausseneierschalen, die im Ausgrabungsort „Los Millares“ gefunden wurden,  erhärten diese Annahme. Kleinere Häfen rund um Portus Magnus entstehen. So auch jener an der Küste von Almeria. Historisch  belegt indes ist der Hafen von Almeria nicht eindeutig, insbesondere deren Standort gilt als unbekannt.

Portus Magnus steht für grosser Hafen und ist mit ein Indiz für die damalige Bedeutung des Exporthandels in der Region. Es sind aber auch diese mächtigen Infrastrukturbauten und die vermuteten Schätze dahinter, die zunehmend räuberische Seefahrer anlocken. Verteidigungsbauten werden zunehmend notwendig.

Archäologische Funde, wieder am Cerro del Fuerte, bestätigen Verteidigungsbestrebungen. Mauerfragmente die zu einer grösseren Schutzmauer gehörten, konnten einer Römischen Zeitepoche zugeordnet werden.

Almeria unter römischer Besatzung
Karte der Siedlungs- und Minenstandorte während römischer Besatzung (Kartenbasis: LIDAR IGN)

Luís Arboledas Martínez beschreibt in seiner Arbeit „Minería y metalurgia romana en el Sureste peninsular“ verschiedene Siedlungs und Verhüttungsplätze während römischer Herrschaft. Sowohl die Standorte der Siedlungs- und Verhüttungsplätze wie auch die Gruben sind eher ungenau auf meiner Karte lokalisiert den auch die Vorlage von Luís Arboledas Martínez lässt ziemlich zu wünschen übrig. Hinzukommend wurden die Gruben, über die Jahrhunderte hinweg, immer wieder neu aufgewältigt und genutzt infolge sind wichtige Zeitzeugen aus besagter Zeitepoche, in und um die Bergwerke, verschwunden oder schwerwiegend kontaminiert.  

Fest steht, die Römer gestalteten ein erstes umfassendes Verteidigungsdispositiv um die grossen Minenbauten. Überfälle von, übers Mittelmeer kommende, Berberpiraten mehrten sich.

Thermalbad Sierra Alhamilla
Bäder Thermalbad Sierra Alhamilla

Bodenschätze und üppige Vegetation locken indes auch gutbetuchte römische Adelige, Bergwerksbesitzer oder Offiziere in die verborgenen Täler der Sierra Alhamilla. Die Sierra Alhamilla, seit je her bekannt fürs warme, aus Felsspalten sprudelnde, stark mineralisierte Wasser inspiriert mach Baumeister zu prunkvollem Villenbau. Nachweislich sind im Thermalbad Sierra Alhamilla noch immer zwei Badebecken aus der römischen Villaepoche im Einsatz.

Die Nähe zum Mittelmeer wie auch der zunehmende Reichtum der Region machen auch vermehrt aufwendige Verteidigungsanlagen notwendig. Fest steht indes, die Raja Lustrina stammt nicht aus römischer Zeitepoche. Damals waren die Verteidigungsanlagen eher dezentral auf die lokalen Anlagen beschränkt.  

al-Andalus, Maurische Herrschaft

Die erste grössere Eroberung andalusischer Gebiete datiert aufs Jahr 711 nach Christus. Damals, so wird berichtet, solle auf Befehl des Umayyaden-Kalifen al-Walid I. zunächst ein kleiner Trupp über Gibraltar gelandet sein. Allmählich besiedelten Berberstämme die erzreiche Region um Almeria. Kleine Gemeinschaften entstanden die das altrömische Vermächtnis weiter pflegten.  

Es folgt, um 750, die Zeitepoche des ersten Kalifats von Cordoba. Eine Periode die gerne als Hochblüte des al-Andalus genannt wird. Tatsächlich entstehen, in der 360 Kilometer entfernten, 500 000 Einwohner-Stadt, erste Universitäten. Ein beispielloser Wissensaustausch erreicht die Iberische Halbinsel während die Region um Almeria noch weitere 200 Jahre im Dornröschenschlaf verweilen wird.

Taifa die Erste

Gebeutelt vom, zwischen 1009 und 1013, wütenden Bürgerkrieg zerbrach die Macht des Kalifats von Cordoba. Eine Epoche kleiner Herrschaftsreiche dominierte Südspanien. In Almeria regierte Banu Sumádih über ein rund 150 mal 200 Kilometer grosses Reich. Die Burg von Almeria, Alcazaba de Almeria, erbaut kurz nach Stadtgründung 955, wird Sitz des selbsternannten Kalifen von Almeria. Wieder sind die umliegenden Minen von grosser Bedeutung und immer noch überfallen Berber-Piraten, vom Mittelmeer kommend, die prall gefühlten Rohstofflager.

Almeria im 11. Jahrhundert
Almeria, zu damaliger Zeit auch unter der Bezeichnung al-mariyya im 11. Jahrhundert

Gegen Ende der ersten Taifaepoche ist Almeria, damals als al-mariyya bekannt, zu einer mächtigen Hafen-Stadt mit starker Befestigung angewachsen. Die ummauerte Zone teil sich in eine innere Stadt, die vornehmlich den Muslimen vorenthalten war und zwei äussere Stadtteile. Hoch im Norden thront die Burg Alcazaba über der Stadt.  Die Zeit grosser Burgenbauwerke begann.

Nachweislich im 11. Jahrhundert wird 33 Kilometer nördlich von Almeria, im beschaulichen Tavernas, eine weitere Burg gebaut. Dies im Nasriden-Baustil gehaltene Bauwerk markiert eine neue Ära der Verteidigungsstrategie.

Ausschnitt der Al-Idrisi-Weltkarte
Ausschnitt der Al-Idrisi-Weltkarte „Charta Rogeriana“ (Quelle: US-Kongress-Bibliothek)

Die, vom arabischen Geografen Al-Idrisi, 1154 fertiggestellte Weltkarte, im Bild der Ausschnitt um Almeria, zeigt, im Transskript von Konrad Miller (1844–1933), eine Vielzahl bereits bekannter Städte wie,

  • al meria, auch als al-mariyya bekannt, heute Almeria
  • kartagena heute Cartagena
  • lurka heute Lorca
  • al granata heute Granada

Diese gut befestigten Städte waren mit Verkehrswegen untereinander vernetzt folglich bedurften auch die strategisch wichtigen Verkehrswege einer erweiterten Sicherung.

Das Emirat von Granada, die Nasriden

Das Emirat von Granada unter der Familiendynastie der Nasriden regierte, mit wenigen Ausnahmen, weite Teile von Andalusien in den Jahren 1238 bis 1492. In Folge entstanden weit verzweigte Handelsnetzte.  Der Bergbau um Almeria blüht und der Handel mit Gold, Silber, Blei, Eisen, Alaun beschert den Emiren grosser Reichtum.  

In dieser Zeit, so denke ich, datiert die Raja Lustrina. Ein neues ausgeklügeltes Sicherheitsdispositiv muss die Produktion begehrter Rohstoffe sichern. Zahlreiche Verteidigungsbauten entstehen um die Jahre 1200.

Almeria unter Maurischer Herrschaft
Almeria unter Maurischer Herrschaft, Epoche beginnendes Emirat von Granada (Kartenbasis: LIDAR IGN)

Die Hochblüte des Festungsbaus erreicht die Region um Almeria wahrscheinlich kurz nach Ende der ersten Taifa und mit Beginn des Emirats von Granada.

In den beginnenden Jahren des 12. Jahrhunderts umranden einige Burgen, Türme und sonstige Verteidigungsbauten die Minenanlagen der Sierra de Gador und der Sierra Alhamilla, Dörfer und Handelszentren.

So sei genannt:

Alcazaba Almeria als Sitz eines wohlhabenden Stadthalters mit luxuriöser Gartenanlage im Nasridenstil. (36.8410670783 / -2.4718299508)

Burg Tabernas obschon nur als Burg genannt verfügte auch die Burg oberhalb Tabernas über eine luxuriöse Inneneinrichtung mit Gartenbereich. (37.0523269083 / -2.3947580159)

Burg  „Castillejo de Gador“ auch bekannt als „Castillo de Ciscarejo“ westlich von Gador auf einem Felsvorsprung , reines Verteidigungsbauwerk, Turm mit Wohngelegenheit, bereits von Geografen al-Idrisi erwähnt. (36.9572538803 / -2.5039259344)

Burg „Castillo de Ahlama“ südlich von Alhama de Almería auf einer Anhöhe , reines Verteidigungsbauwerk, Turm mit Wohngelegenheit. (36.9579450950 / -2.5735493749)

Turm „Torre de las Doblas“ Verteidigungsturm zum Sierra Alhamilla-Dispositiv gehörend. Heute sind nur noch Mauerfragmente zwischen Autobahn und Rambla Tabernas auffindbar. (37.0062261742 / -2.4570295215)

Turm oder Türme „Raja Lustrina“ der Aufbauturm am Haupteingang des Verteidigungstunnels gibt in hoher Wahrscheinlichkeit als erwiesen. Der Turm im Nordosten, am ehemaligen Tunnelausgang, indes ist eher Vermutung und nicht näher belegbar. (36.9637612304 / -2.4656340480)

„Bayyana“ vermutete Befestigungsanlage, Türme, Mauer um der, seit dem 9. Jahrhundert bekannte, grössere Siedlung Bayyana, heutiges Pechina. Es sind, seit naher Zeit, einige Wohnbauten wie auch Nekropole offengelegt doch die Verteidigungsanlage ist nicht erwiesen. (36.9221914250 / -2,4423645437)

Verteidigungsmauer Almeria grosse in drei Sektoren aufgeteilte Verteidigungsanlage mit hoher Turmdichte. (36.8429936066 / -2.4685294926)

Das Bedrohungsszenario war, unter der Nasridensynastie (Emirat von Granada) einerseits vom Mittelmeer einfallende Berberpiraten wie auch die zunehmende Macht allmählich erstarkenden Katholischen Könige. Die Verteidigungslinie umschloss Landwirtschaftliche, Bergmännische Produktionsorte wie auch den Handelsknoten Almeria, oder damals noch genannt Al-Maiyyra.

Die Raja Lustrina

Über die Funktion der Raja Lustrina kann ich heute, anhand der wenigen noch gefundenen Spuren nur mutmassen. Die Funktion der Verteidigung indes scheint im hohen Masse plausibel. Dahinter verbargen sich seit je her bekannte Minen die Silber, Blei, Eisen und gerüchtehalber gar Gold zu Tage förderten.

Die Raja Lustrina ist Teil einer langen Verteidigungslinie von Bayyana bis Tabernas reichend. Den Bogenschützen stand in diesem Werk eine ganz besondere Aufgabe zu. Über die 8 Fenster, die heute alle zerfallen sind, wachten aufmerksam die Pfeilschützen über das Tal der Rambla Tabernas. Das übersichtliche Tal erreicht an Stelle der Raja Lustrina eine Breite von 500 Metern ein idealer Aktionsort für Bogenschützen.

Die Fenster waren, vermutet, geschickt in Felsspalten und hinter Felsvorsprüngen verborgen und auf den Stollenhauptzugang wird, ein vorgebauter Turm, dahinter liegende Geheimnisse geschickt abgeschirmt haben. Die Verteidiger des Sierra Alhamilla-Schatzes nutzen, über die Berge von Tabernas her kommend, den Raja Lustrina Nordostzugang um unbemerkt in den Turm an der Front zu gelangen. Ob noch ein zweiter Turm  in der Nähe des Nordostzugangs stand kann heute nicht eindeutig beantwortet werden. Fest steht, irgendwo müssten Verteidigungstruppen übernachtet haben. Die Türme an der Front waren eher kleinerer Dimension und merklich ungeeignet fürs alltägliche Leben.  Strategisch sinnvollerweise  sind weitere, noch unbekannte Türme zwischen Bayyana und Torre de las Doblas durchaus denkbar.

Mina de la Plata
Mina de la Plata

Die Minen erreichen, so wird heute angenommen, in der Epoche der Nasriden, enorme Erträge. Die Legenden um die Schatzkammer Sierra Alhamilla werden noch bis ins 20. Jahrhundert bestehen und manch Schatzsucher inspirieren.

Bild links, Stollenmundloch der Legendenreichen Mine „Mina de la Plata“ die, Gerüchten zufolge, in der Nasridenepoche Silber und Blei förderte.

Diese Grube war, dank überschwänglicher Legenden, immer wieder aktiv und zuletzt genutzt als Eisenmine durch die Gesellschaft “ The Alquife Mines and Railway Company Limited“ um die Jahre 1920.

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Reconquista

Das Nasridenreich hat praktisch während der gesamten Regierungszeit mit den spanischen Königshäusern zu kämpfen. Die Reconquista, stehend für Rückeroberung, sorgt, in seiner letzten Phase zwischen 1213 und 1492, dem Emirat von Granada grosse Landverluste zu. Im Jahr der Belagerung von Granda 1491 ist das Reich ein einziger Flickenteppich. Almeria und die Region sind noch fest unter Regentschaft des Emirs  Muhammad XII., umgangssprachlich Boabdil, doch der Einfluss schwand unaufhaltsam.

Schlüsselübergabe vor den Toren Granadas um 1492 (Gemälde von Francisco Pradilla y Ortiz, Quelle: wikipedia)

Am 2. Januar 1492 übergab Muhammad XII., nach fast einjähriger Belagerung, die Schlüssel zur Stadtfestung Granada den Spanischen Herrschern, Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón. Mit dieser Symbolreichen Übergabe war das Ende der Epoche al Andalus besiegelt.

Almeria war nun unter spanischem Kommando welches darauffolgend, im Schutze der heiligen Inquisition, mit der Vertreibung der noch verbleibenden Muslimischen Bevölkerung begann.

Almeria stürzt in eine tiefe Armut, die Befestigungsanlagen im Landesinneren sind  nun überflüssig geworden und zerfallen allmählich. Auch für die Raja Lustrina gibt es keine weitere Verwendung mehr.

Mit Wegzug dem Muslimischen Bevölkerung verlor die Region wichtiges Wissen. Die Minenanlagen an der Sierra Alhamilla verwaisten allmählich. Neue Rohstoffe, wie Alaun für die Tuchfärberei oder  Schwefel für die Schiesspulverherstellung, gewannen indes an Bedeutung. Neue Bergbaureviere, wie jenes in Rodalquilar, wurden erschlossen.

1522 wird Almeria und die Region von heftigen Erdbeben heimgesucht was für weitere Armut sorgte. In dieser Zeit wird vermehrt in, dem Mittelmeer zugewandte, Kanonenfähigen Befestigungsbauten investiert. Der Feind liegt am anderen Ende des Mittelmeers und wird als gottlos und barbarisch bezeichnet. Tatsächlich sollen Berberpiraten immer wieder abgelegene Mittelmeernahe Dörfer angegriffen haben.

Almeria 1740
Almeria mit Kanonenbefestigung um 1740 (Quelle: Ministerio de Cultura)

Industrialisierung

Das inzwischen weit verarmte Spanien vermarktete die vorhandenen Bodenschätzen ausländischen Grossinvestoren die das Maurisch-Römische Vermächtnis wieder ausbeuteten. Die Region um Almeria schwankte zwischen der Gleichgültigkeit vermögender Grossgrundbesitzer und der Armut freier Kleinstbauern. Arbeitskraft war billig und zahlreich vorhanden womit die neuen Minenbetreiber grosse Gewinne einstreichen konnten. Ein Schienen und Strassennetz entsteht auf alten Wegen. Im Zuge dieser Bauvorhaben werden vermutlich die Türme entlang der Rambla Tabernas niedergerissen und zu Bauquader für den Brückenbau verarbeitet. In zahlreichen Brückenbauten der alten Strasse N340a finden sich die hochwertigen Steinquader welche, in der Maurischen Baukunst, gerne verwendet wurden.

Kapelle Thermalbad Alfaro
Kapelle Thermalbad Alfaro

Es sind aber auch weitere nahegelegene Bauvorhaben die in näherer Region alte Bausubstanz  wiederverwerten und somit die alte Kultur zunichte machten. Die damals sehr wohlhabende Katholische Kirche versucht sich erfolglos im Thermalbadbau und errichtet nahe der der Frontlinie Torre de las Doblas / Raja Lustina eine ausgedehnte Badeanlage mit Zufahrtsstrasse. Das Thermalbad „Baños de Alfaro“ war nur von kurzer Betriebsdauer ehe die Quelle am Fusse der Sierra Alhamilla versiegte und das Bad zerfiel.

In dieser Zeit waren alle Türme weggefegt und die Raja Lustrina zeigte sich als offen liegender Schlitz in der steilen Sandsteinwand. Zeitzeugen aus der Hochblüte des Emirats von Granada waren fast verschwunden, Türme und Burgen amteten, wenn überhaupt noch, als Steinbrüche und das Leben der Bergleute erinnerte an tiefstes nordeuropäisches Mittelalter. Es war der Beginn des Unwissens, der Heiler, Hexen und Geister.

Mitte 20. Jahrhundert

Nach der industriellen Ausbeutung der grossen Minen demontierten die Gesellschaften noch verbleibende Installationen, wieder brach Armut und Zerfall übers Land. Grosse Orangen-Monokulturen in den Tälern des Rio Andarax dominieren das Landschaftsbild. Die damalige Bevölkerung der Gebirgstäler wandert in die Städte ab. In nur wenigen Jahren sind die Bergbausiedlungen verschwunden an deren Stelle treten Mythen, Legenden und Märchen.

Diese Entwicklung begünstigte eine neue ausländische  Industrie, jene der Filmemacher und Märchenerzähler. Zahlreiche Film-Regisseure nutzen die mythische Landschaft als stilvolle Kulisse. Auch diese Industrie brachte wenig der ansässigen Bevölkerung und so blieben einzig vor sich hin modernde Filmkulissen als Erbe grosser Filme.

Im Jahre 1965 und Folgejahren komm ich und meine eingefangenen Impressionen ins Spiel.  In den frühen 70ern nach zunehmender Wasserknappheit macht sich allgemeine Verwahrlosung breit. Die sprudelnden Quellen des Andarax trocknen aus und die Grundwassertauchpumpen an den Ufern schlürfen im halbtrockenen.

Die Orte an denen Dorfälteste, reichlich ausgeschmückte Geschichten zu erzählen wussten sind Zahlreich, um nur einige, abgesehen von der hier thematisierten Raja Lustrina, zu nennen;

  • Los Callejones (alter Strasseneinschnitt in Paulenca)
  • Acequia la Rambla (Bewässerungskanal zwischen Rio Andarax und Rambla Tabernas)
  • Las Minas (verlassene Bergbausiedlung und Schwefel-Bergwerk südwestlich von Gador)
  • Chorrillo (verlassenes Dorf am Fusse der Sierra Alhamilla)

Resumé

Meine Freunde und ich konnten, in der kurzen Zeit des 10. Mai 2018, nur rudimentär Spuren sichten und Messdaten erfassen. Die Folgejahre, in denen ich aus den Messdaten einen Plan fertigte und Beobachtungen interpretierte, akzentuierten ein zunehmend klares Bild eines, mit Märchen vollgeladenen, Untertagewerks. Meine weitere Recherche, insbesondere das Studium einiger Dissertationen, aus umliegenden Lokalitäten, ermöglichten weitere historische Rückschlüsse. Es mag sein dass ich, als Mensch ohne akademische Laufbahn, mich, bei meinen Interpretationen, weit aus dem Fenster wage doch für mich spricht die Tatsache dass ich des Handwerkes oft mächtig bin. Die Wesensart des Sandsteins der Raja Lustrina ist mir durchaus, seit Kindesalter, vertraut. Ergo, wie so oft wenn Luisa in die Tasten haut, ist auch diese theoretische Abhandlung sehr stark aus dem Nähkästchen heraus geplaudert.

Datierung

Der historische Kontext um dies Bauwerk herum lässt nur einen Schluss zu. Die Verteidigungsanlage Raja Lustrina ist zwischen 1200 und 1300 entstanden. Das Bauwerk steht in nahen Zusammenhang mit den, entlang der Rambla Tabernas, gebauten Verteidigungstürmen. Das kleine Seitental welches Parallel zum Stollenverlauf ins Gebirge führt ist seit der mittleren Kupferzeit bekannt fürs begehrte Erz. Noch heute sind hinter der Raja Lustrina Festungsanlage, immer wieder aufgewältigte, Bergwerke bekannt. Das Jahr 1200 und dem folgenden Emirat von Granada ist bekannt für die Hoch-Blüte der Region. Mit etwas Verzögerung erreicht Wissenschaft und Wohlstand auch die südlichsten Regionen des al Andalus. Al-Maiyyra, heutiges Almeria, Bayyana, heutiges Pechina, aber auch Dörfer wie Gador, Benahadux und Weitere, erfahren, in der Epoche der Nasriden-Dynastie, grosse Bedeutung im Reich. Damals lohnte der Bau einer Verteidigungsanlage um grosse Bergbaureviere. Die Raja Lustrina wiederum war kein aufwendiges Bauwerk. Der Sandstein ist weich und über die gesamte Strecke in Schrämtechnik geschlagen. Eine Bauzeit von 5 Monaten ist, trotz der 360 Meter Stollen, durchaus denkbar.

So schnell wie gekommen so schnell wieder vergessen. Mit der Vertreibung des Emirs von Granada 1492 beginnt eine beispiellose Vertreibung der muslimischen Bevölkerung. Viele Orte sind dem Zerfall nahe oder werden von den katholischen Herrschern niedergerissen. Erste Aufzeichnungen aus beginnendem 19. Jahrhundert, beschreiben die grossen Mauerenburgen  als Ruinen. Einzig die Alcazaba Almeria erfährt ein Radikalumbau bei welchem muslimische Bauelemente geschliffen werden. Die heilige Inquisition setzt einen drauf  und  religiöse Eiferer gewinnen Landein, Landaus an Bedeutung. Wahrscheinlich sind es die Märchengeschichten genau dieser Eiferer die sich noch viele Jahre halten werden.

Der Islamische Staat argumentierte bei gehegten Territorialansprüchen mit der damaligen Ausdehnung des Emirats von Cordoba doch ein wesentlicher Punkt übersah die Terrororganisation. Das Emirat erkannte die Bereitschaft eines friedlichen Zusammenlebens verschiedenster Glaubensrichtungen als Grundstein für die geistig kulturelle Weiterentwicklung. Der Islamische Staat indes blieb, bis zur Zerschlagung, eine Terrororganisation ohne gesellschaftlichen Rückhalt.  Das Emirat von Cordoba hatte zweifelsohne, grossen prägenden Einfluss auf weite Teile der iberischen Halbinsel. Obschon nicht alles harmonisch, zwischen den Religionsgemeinschaften, funktionierte, erlangte das Wissenszentrum Cordoba, weit über die Pyrenäen hinaus, grossen Einfluss. Mit etwas Verzögerung  etablierten sich technische Errungenschaften, wie etwa ausgeklügelte Bewässerungssysteme, in etwas abseits liegenden Landstriche um Al-Maiyyra herum. Die Wellen dieses Aufschwungs sollten lange nach Ende des Emirats von Cordoba weiterschwingen.

Verwendungszweck

Auch über den Verwendungszweck der Raja Lustrina gibt’s, aus meiner Sicht, keinerlei Zweifel. Die Anlage galt einzig der Verteidigung der dahinterliegenden Orte und Minen am Fusse der Sierra Alhamilla. Wohnen untertage wie auch Lagerhaltung war im Bau undenkbar. Die Stollen waren auf minimale Dimensionen gehauten und doch genau so gross dass Bogenschützen mit Pfeil und Bogen schnell alle Fenster erreichen konnten. Minimum ein Turm war am heute zugänglichen Eingang aufgebaut. Am hinteren Zugang könnte auch eine Art Gebäude gestanden haben. Von beiden Bauten gibt’s aktuell keinerlei Spuren. Ob noch weitere Untertagebauwerke in der Art der Raja Lustrina die Sierra Alhamilla beschützten, ist heute nicht mehr eruierbar. Der grosse Sandsteinblock „Mesica del Abriojal“ ist zweifelsohne einzigartig weit und breit.

Zeit der Geister

Mit Niedergang des Emirats von Granada sind wahrscheinlich auch etliche Bauten aus der Zeitepoche verschwunden. Die Türe, auch da bin ich mir sicher, sind dem Strassen, respektive Wegebau, zum Opfer gefallen. Die Bestrebungen der Katholischen Könige entvölkerte Landstriche wieder zu besiedeln könnte ein solcher Infrastrukturbauboom ausgelöst haben. Die Katholische Kirche, insbesondere der Bischof von Almeria, mit der heiligen Inquisition an der Seite, geniesst, nach dem Fall des Emirats, grenzenlosen Einfluss. Damals war auch die Kirche treibende Kraft in der Legendenbildung. Es scheint naheliegend dass damalige Überbleibsel Maurischer Kultur mit irgendwelchen Märchen belegt wurden. Klar erscheint, ein Verbergen des Stollensystems mittels Sprengung oder Zuschüttung, wäre kaum sinnvoll realisierbar gewesen.

Die alten Geistermärchen erlebten einen weiteren Boom mit Ende 19. Jahrhundert, respektive Beginn des 20. Jahrhunderts als die Region in tiefer Armut absinkte und Unwissen allgegenwärtig war.  Das Verbrechen von Gador wird da nochmals richtig Öl in den Topf der Legendenbildung geschüttet haben.

Lust auf Geschichte

In den letzten Jahrzenten erwachte eine Lust sich mit der regionalen Geschichte auseinanderzusetzten. Etliche archäologische Arbeiten, welche die Provinz Almeria behandeln, sind in den letzten 50 Jahren entstanden. Die Erforschung der Siedlung Los Millares ist keine 40 Jahre alt und all die umfangreichen, theoretischen  Rekonstruktionen der Alcazaba und der Stadt Almeria datieren aufs hiesige Jahrtausend. Trotz der aktuellen Fülle an Arbeiten sind mir keine zu der Raja Lustrina begegnet wobei anmerkend, der Flurname Raja Lustrina keinerlei historische Bewandtnis hat. Viel eher dürfte der Ursprung des gesuchten Namens in der Zeit der Legenden und der Märchen liegen. Vielleicht gar liegt die Namensgebung im 20. Jahrhundert.

Klar ist, Raja steht für Schlitz und ein Schlitz liegt tatsächlich an der Sandsteinwand auf . Lustrina ist die Bezeichnung für eine Stoffkombination aus Wolle und Watte die einen gewissen Glanz ausstrahlt. Eine mögliche Ableitung von Lustrina ist das Adjektiv lustroso welches für glänzend steht. Eine Interpretation des Flurnamens erscheint mir, bis auf den Raja-Teil, ziemlich unmöglich. Die Bezeichnung des Stollens war zur Zeit des Emirats definitiv eine andere.

Quellen

Texte

Almería 1146. Evolución de la estructura urbana y defensas medievales / Diego Garzón Osuna
http://www.iaph.es/revistaph/index.php/revistaph/article/view/3607

Nuevas aportaciones sobre la cronología de los restos conservados de las murallas medievales de Almería (España) / Navarro Palazón, García-Pulido
http://ocs.editorial.upv.es/index.php/FORTMED/FORTMED2020/paper/viewFile/11461/5286

Anuario Arqueologico Andaluzia 2008 / verschiedene Autoren

Inventario de Arquitectura Musulmana en la provincia de Almeria / Maria del Pilar Sanches Sedano
https://dialnet.unirioja.es/descarga/articulo/81725.pdf

Aljibes Hispano-Musulmanes de la Provincia de Cordoba / Ricardo Cordoba de la Llave, Faustino Rider Porras
https://www.uco.es/meridies/images/revista/1/6.pdf

PLAN GENERAL DE ORDENACION URBANA – CATALOGO DE BIENES PROTEGIDOS – RIOJA
https://docplayer.es/85638074-Plan-general-de-ordenacion-urbana-catalogo-de-bienes-protegidos-rioja-documento-inicial-julio-entorno-vistas-y-arquitectura-tradicional.html

Minería y metalurgia romana en el Sureste peninsular / Luís Arboledas Martínez
https://ojs.uv.es/index.php/saguntum/article/view/974/646

Webseiten

Los Millares
https://www.andalucia.org/de/santa-fe-de-mondujar-kultureller-tourismus-enclave-arqueologico-los-millares
https://www.faydon.com/Millares/Millares.html
http://www.culturandalucia.com/ALMER%C3%8DA/Los_Millares_Recorrido_fotogr%C3%A1fico.htm

Rioja
https://benyazorin.wordpress.com/
https://www.rioja.es

Region
http://www.mancomunidadbajoandarax.org

Funde Cerro del Fuerte
http://ceres.mcu.es/pages/ResultSearch?txtSimpleSearch=Cerro%20del%20Fuerte&simpleSearch=0&hipertextSearch=1&search=simpleSelection&MuseumsSearch=MAL%7C&MuseumsRolSearch=2&listaMuseos=[Museo%20de%20Almer%EDa]

El Crimen de Gador
http://www.culturandalucia.com/ALMER%C3%8DA/El_crimen_de_Gador_Almeria.htm
https://www.abc.es/espana/crimenes-extraordinarios/abci-crimen-gador-o-inconcebible-crueldad-humana-201711190124_noticia.html
https://okdiario.com/historia/hombre-del-saco-existio-crimen-gador-6275655
https://www.youtube.com/watch?v=M-lo46SDKjU

Burgen
https://www.castillosdeespaña.es

Bilder / Karten

Weltkarte des Idrisi vom Jahr 1154 n. Ch., Charta Rogeriana in der Kongressbibliothek
https://www.loc.gov/resource/g3200.ct001903/

Los Millares
https://www.andalucia.org/de/santa-fe-de-mondujar-kultureller-tourismus-enclave-arqueologico-los-millares

Raja Lustrina
Andreas Schatzmann
Hans Jürg Keller https://familie-keller.ch/

Karten aktuell
WMTS IGN http://www.ign.es/web/ign/portal

Übergabe von Granada
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_%C3%9Cbergabe_von_Granada