Bergbau, Gador und Benahadux

Diese Seite belichtet längst vergangene Tage des Bergbaus. Pendeln tue ich hier zwischen Spanien und der Schweiz auf der Suche nach vergangener Zeugen goldener Zeiten. Ergründen will ich hier, wie ich dies auch auf meinem Blog mache, längst vergessene Geschichten industrieller Eckpunkte.

Minas de las Balsas de Gador 1874 bis 1952

Als Blei und Kupfer denen Wegebauer begegneten

Es gab Zeiten an denen jede nur erdenkliche befeindete Kriegspartei seinen geheimen Weg plante und baute. Dies sei seit Einiges  vor Christis-Jahreszählung so geschehen. Die Römer, anschliessend die Mauren bis hin zu den Spaniern bauten ihre Wege durch quer die Sierra de Gador bei diesem Unterfangen tauchten allerlei Mineralien auf. Insbesondere Blei und Kupfer vermöchte das Interesse all dieser Krieger zu beflügeln. So kam es das die Namen dieser Wege oft auf die begehrten Metalle deuteten.

Zufahrtsweg anno 1900

Zufahrtsweg anno 1900 , gross machen, Anklicken

Während die friedfertige Wanderschaft, zu vergangen Tage, den Weg parallel  zum Fluss Andarax,  um die landesinneren Gebiete aufzusuchen, nutze, stiegen die Krieger, Räuber und Abenteuer durch die Berge von Benahadux  nach Alama auf den damalig geheimen Wegen. Eine Vielzahl kleiner Gruben, neben den besagten Hügelrouten, sei entstanden, oftmals einzig ein horizontaler Stollen welcher etwas Blei oder Kupfer förderte. Später auch wird von gelben Steinen erzählt aus welchen sich Schiesspulver fertigen liess.

Geologischer Plan Gador und Benahaux (gross machen, anklicken)

Geologischer Plan Gador und Benahadux (gross machen, anklicken)

Fündige Spanier sollen irgendwo um 1874 die Gelbsteine wieder hervor gegraben haben. Die hälfte dieser Steine sei verbrannt worden um die andere Hälfte, welche im gleichen Röstofengebilde ruhte, zu schmelzen und in Baren zu giessen. Die grossen Schwefelminen von Gador „Minas de las Balsas de Gador“ und etwas später die Minen von Benahadux „Minas de Benahadux“ waren entstanden. Ausser den Gelben Steinen waren weitere Mineralien dem Berg entlockt worden wie etwa Alunit, ein Rohstoff für die Aluminiumherstellung.

Zeiten industrieller Errungenschaften

Das Bergwerk „Minas de las Balsas de Gador“ war Bestandteil eines Bergwerkareals welches sich von Benahaudux weit in die Sierra de Gador (die dortig ansässige Hügelkette) auf einer Länge von rund 5 Kilometer hinzog. Damals wurde auf dem lang gezogenem Grundstück Schwefel gefördert. Dieses schwefelhaltige Gestein war lokal auf dem Minenareal geröstet worden.

Minas de las Balsas de Gador

Minas de las Balsas de Gador

Es solle die Anlagen ein vermögender Spanier um die Jahrhundertwende errichtet haben ehe dieser Bergbaupionier an Grenzen der technologischen Möglichkeiten stiess und der Abbau allmählich wieder erschlaffte.

 

 

 

1914 war die Nachfrage nach Pulver-Schwefel während des ersten Weltkriegs massiv gestiegen, was die Engländer auf den Plan brachte in der „Sierra de Gador“ den Schwefel industriell abzubauen und in die Infrastruktur zu investieren. Das Bergbaudorf „Las Minas“ wurde gebaut, heute vollkommen zerfallen,  und die

Minas de las Balsas de Gador

Minas de las Balsas de Gador

Zufahrtsstrasse welche die Minen Benahaudux und Balsas de Gador von der Bahnstation Benahaudux her verband, vergrössert. Bis 1918 Ende des ersten Weltkriegs florierte die Minengruppe. Im nahe gelegenen Hafenstädtchen Almeria war ein stolzes Schwefelwerk mit dem Namen „Minas de Gador“ herangewachsen. Die Fördergesellschaft sollte den auch „Minas de Gador“ heissen.

Verschiedene Abbauperioden brachten einen mehr oder minder erhofften Gewinn. Allmählich jedoch war die aufwendige Produktion des Schwefels in den „Minas de las Balsas“ unrentabel geworden während die Minen von

Röstofen

Röstofen

Benahaudux  dank optimalen Zufahrtswegen noch Schwefel förderten. Teile der Infrastruktur „Minas de las Balsas de Gador“ wurden an den „Cerro de la Mina“ den Bergwerken von Benahaux transportiert um dort den Abbau zu forcieren.

 

 

1952 schliessen die Minen von „Balsas de Gador“ wenig später machen auch die „Minas de Benahaux“ dicht.

Schematische Darstellung der Funktion

Schematischer Seigerriss Minas de Gador

Schematischer Seigerriss, gross machen, Anklicken

Die Fabrik in Almeria bleibt noch bis in die 90er Jahre als Chemiewerk erhalten. Heute steht auf deren Areal eine Wohnüberbauung

Fall und Untergang in die Vergessenheit

Heute noch erzählen stille Zeugen von denen glorreiche Tage des Bergbaus, die Fotos auf der Seite stammen vom Fundus der Spanienreise im Oktober 2008. Ich selbst schaffte nie denn Durchgang von Mine zu Mine über  einer der geheimen nicht mehr so geheimen Wege, Weg des Kupfers oder wie sie alle heissen. Meine Fahrt führte bis anhin über die Strasse AL-V-4202 was, durch Wüstenähnliche Landschaften die 7 Kilometer von Gador weg.

Röstofen

Inneres des Röstofen

Eine Reise die immer ein beeindruckendes Erlebnis war. Mein Grossvater berichtete von einer Seilbahn welche das Material transportiert haben soll. Gefunden indes habe ich nie solche Anzeichen. Wenn eine Seilbahn so müsste diese an irgendein Bahnhof führen. Weder in Gador noch in Benahadux finden sich Reste die auf eine Talstation hindeuten. Auf den Geoplan von des spanischen Geoinstituts ist eine Linie zu finden welche auf ein Freileitungskabel hinweist. Ein Kabel ist in dieser verlassenen Gegend keines zu finden. Vielleicht war damalig parallel zu solch ein Kabel eine Seilbahn gebaut worden welche direkt nach Almeria führte.

Förderschacht

Förderschacht

Die Siedlung „las Minas“ auf dem Bergbauareal solle zu Spitzenzeiten 1000 Personen beherbergt haben. Die Dorflegenden erzählen dass vorwiegend weither gereiste Bergarbeiter in den „Minas de las Balsas“ arbeiteten und lebten während die „Minas von Benahadux“ vorwiegend einheimische Bergarbeiter beschäftigte.

 

Im den 90er Jahren errichtete unser über weite Gebiete hinweg bekannte Schmidheny ein Holcim-Zementwerk in Benahadux ein. Dieses Zementwerk bezieht den Rohstoff aus der Sierra de Gador. Leider dürfte dies der definitive Fall und Untergang der noch verbleibenden Zeugen sein. Möge diese Seite und alle weiteren Seiten, die anschliessend hier Auflistung finden, zum Erhalt dieser Geschichtsepoche beitragen.

Minas de las Balsas, eine Rekonstruktion

Vorerst, Basis zu meiner Rekonstruktion des Schwefelbergwerksareal bilden, Karten und Satellitenbilder von Iberpix und von Googlemaps, Fotografien aus meinem Fundus und Beobachtungen aus meinem Erinnerungsvermögen. Insbesondere die unterirdischen Stollenverläufe sind äusserst Spekulativ. Nur ein Bruchteil des Systems habe ich zu Kindesalter befahren. Trotzdem will ich versuchen hier meine Rückschlüsse, auf der Karte dargestellt, plausibel zu erklären.

Minas de las Balsas Gador 1930

Minas de las Balsas Gador 1930

Sinnvollerweise  erscheint die Karte nach Anklicken in grosser Darstellung.

Die Bergwerkanlage bestand im Wesentlichen aus drei mächtigen Ofenbatterien die jeweils den, in nahegelegenen Förderschächten, gewonnene, gebundene, Schwefel, zu Baren schmelzte. Heute noch sind Ofenbauten mit bis zu 11 Röstöfen auf Sattelitenbilder gut sichtbar. An der Schmelze West sind oberhalb, heute noch gut auffindbar, gefährlich tief reichende Förderschächte in den Hang getrieben  worden. Meine Annahme wonach auf Förderbrücken die zu bearbeitenden Schwefeligen Steine vor die Ofen gerollt wurden, wird bestätig durch die grosszügig konzipierten Ofenladeflächen jeweils Hangseitig der Ofenbauten. Auch sind einige Förderschächte parallel verlaufend zur Ofenanlage angeordnet.

Talwärts unterhalb der Ofenbatterien sind auf allen Satellitenbildern grosse Halden sichtbar. In Natura wird dessen Ausmass erst richtig klar. Im Gegensatz zu Schweizer Bergwerken sind bei dem Bergwerk kaum klassische Abraumhalden auffindbar. Zu beobachten sind indes vorwiegend Schlackenhalden vom Schmelzprozess. Naheliegend folglich das Abraum vom Stollenbau hauptsächlich für die Ofenbauten eingesetzt wurde. Während der eigentlichen Förderphase wiederum war viel des tauben Gesteins in leer gebauten Stollen versetzt worden.

Folglich denke ich dass die drei Ofenbatterien aus drei verschiedenen Abbauphasen stammen.

Wahrscheinlich war die Ofenbaue Süd, im Satellitenbild nur noch schwache Mauerreste erkennbar, als erstes errichtet worden. Hierbei möglich das diese Öfen auch von horizontalen Stollenbauten  versorgt wurden. Geologisch glaube ich das die Schwefelführende Schicht ca. 30 bis 40 Meter untertags sanft dem Hügelverlauf folgt. Jedoch, im Gegensatz zu den oft langen und über weite Strecken hinweg tauben Stollen, bewährten sich zunehmend die vertikalen Förderschächte die punktgenau die Schwefelschicht anfuhren.

Verwaltung Minas de las Balsas Gador

Verwaltung Minas de las Balsas Gador

Anschliessend wurde, so vermute ich, die Ofenanlage Ost gebaut zu ihr gesellte sich das neue Verwaltungsgebäude welches, so über den Daumen gepeilt, in den Jahren 1930 nur fürs Bergwerk entstanden sein dürfte. Allmählich neigen sich die Vorkommen Süd dem Ende zu.  Die dortigen Installationen werden an den Standort Ost verschoben. Im Südteil scheint die Geschichte längst vorbeigezogen zu sein.

Wenig später wird das Westvorkommen erschlossen. Am Westhang stehen einige Zeugen damaliger Spitzentechnologie. Kleine Schornsteine deuten auf mögliche Dampfmaschinen zur Erzeugung der Mechanischen  Kraft hin. Eine zentral gelegene Kraftanlage wird gebaut es könnte hiermit der Einzug der Elektrizität im Jahr 1930 stattgefunden haben.

Energiezentrale Minas de las Balsas Gador

Energiezentrale Minas de las Balsas Gador

Der Westofenteil ist noch heute, bis auf die aktuellen Holcim- Zerstörungen am besten erhalten.  Auch die Förderschächte scheinen noch heute relativ intakt zu sein. Schwefel liegt auf der Halde noch haufenweise rum. Ich glaube dass dieser Teil der letzte noch aktive Bergwerksteil war, ehe die Bergwerksanlagen definitiv die Tore 1952 schlossen.

 

Aus den Jahren um 1940 dürfte der Basisquerschlag stammen welcher zu Fuss über den Schrägstollen am alten Fahrweg zu erreichen war.  Ich weiss noch heute das am Ende der Treppen ein durchgehender breiter Fahrstollen lang. Indes ist mir deren Weiterverlauf  unklar. Meiner Vermutung entsprechend dürfte dies Werk Ost und Westeil miteinander Verbunden haben und diente hauptsächlich für den Schichtwechsel der Bergleute.

Abschliessend hier zu erwähnen, dank nicht mehr aktueller Karten und Satellitenbilder war diese Rekonstruktion möglich. Abbaurechte auf dem Gemeindegebiet Las Balsas besitzen die Zementwerke  Holcim welche die Bergwerksanlagen letztlich im riesigen Rotationsofen bei Benahadux verheizen werden.

Minas de la Partala

Kleiner Nachtrag zu den „Minas de Benahadux“, die eigentlich genau genommen als „Minas de la Partala“ benannt wurden. Ich war diesen Sommer an besagter Stelle um mich mit der weitläufigen Industrieanlage vertraut zu machen.

Gil-Ofen und neuartiger Ofen auf Minas de la Partala

Gil-Ofen und neuartiger Ofen auf Minas de la Partala

Auch bei dieser Mine, am Wege des Silbers und des Kupfers anstossend, weiss kaum jemand genau die Mysterien all deren Besitzer mit dessen Beteiligungen  genauer aufzulösen obschon hierbei, die Seite des Patrimonio Andaluz einige nützliche Grundbuchdaten zusammentrug.

Ein Spanier, aus Pechina stammend, doch nur des kurzen Lebens erfreut, initiiert 1877 dies Bergwerk mit Hauptziel Schwefel abzubauen. Genannt hier Francisco Díaz Abad welcher mit 30 Jahren und 1 Jahr Bergwerkserfahrung an Tuberkulose stirbt.

Die Mine wechselte in folge etliches innerhalb der Familie die Hand ehe diese 1881 der Unternehmer Indalecio Córdoba Escámez für 1250 Peseten in Gold und Silbermünzen kauft.

Alte Mundlöcher

Alte Mundlöcher

Herr Indalecio Córdoba Escámez ist keineswegs für seinen technischen Innovationsgeist bekannt. Als Besitzer weiterer 8 Abbaukonzessionen für Blei, ist dieser Geschäftsmann am schnellen Geld, mittels Herstellung vom begehrten Schwefel, interessiert. So wunderts kaum dass in den Minen auf dem Partala-Hügel noch mit Strohkörben das Gestein aus den Stollen geschleift wird während die benachbarte Mine Minas de las Balsas früh mittels Förderschächten und Fahrstollen das wertvolle Gut ans Licht zieht.  Indalecio Córdoba Escámez baut vorwiegend auf unterbezahlte Mannskraft während in der Nachbarschaft die neuen technologischen Errungenschaften zum Einsatz kommen.

Halde vor Ofen

Halde vor Ofen

In den Jahren um 1890 treten diverse Geschäftsleute in Erscheinung dessen Rolle noch bis heute kaum bekannt ist. Es solle damals der Eisenerzminenbesitzer und Eisenbahnpionier aus New York William Dexter Marvel mit in der Suppe gerührt haben. Nahe liegend, da dieser Unternehmer die erste Bahn, nahe den Minen von Partala, in die Hafenstadt Almeria gebaut hatte. Auch wird berichtet von einem Herman Borner der hier sich in die lokalen Minengeschäfte einmischte unklar indes wo und wie. Interessant jedoch, Herman Borner taucht irgendwo in meiner Schweizer Seemühlengeschichte auf.

Neuartiger Ofen

Neuartiger Ofen

Nach teilweisem Stillstand der Minen während des ersten Weltkriegs wird mächtig Technologie hineingebuttert. Man sagt, ein neuartiger Ofen sei installiert, welcher als Ergänzung zum bereits bekannten, von mir unter Minas de las Balsas beschriebenen, Gil-Ofen, Schwefel mit weniger Verlusten vom Restgestein trennt. Die entdeckte rissige Halde vor den Ofenportalen spricht eindeutig für solch ein damaliges Optimierungsverfahren. Hinzukommend werden zu denn bekannten, teils einige 100 Jahre alten, Mundlöchern zusätzlich Förderschächte eingerichtet. Der Rote Faden der Geschichte scheint sich jedoch während der Epoche um 1920 immer wieder zu verflüchtigen.

Einzig wieder bekannt, in denn  Jahren 1942 bis 1957 prüft das Staatsunternehmen ADARO die Abbauwürdigkeit von Aluminiumoxid. Es bleibt bei der Prüfung nie solle Aluminiumoxid gefördert worden sein.

Als 1973 die Minengesetzte geändert werden und die Suche nach den möglichen Erben intensiviert wird gelten diese letztlich als Unauffindbar. 1981 verfällt die Abbaukonzession und die Gebäude verfallen.

Abraumhalde

Abraumhalde

Auffällig, der eindeutig bessere bauliche Zustand der Bergwerksanlage im Vergleich zu den Anlagen Minas de las Balsas. Mein Schluss das hier die Abbauzeit deutlich länger dauerte als auf Minas de las Balsas dürfte somit durchaus naheliegend sein. Auch ein Indiz für eine möglicherweise länger dauernde Abbauperiode dürften die mächtigen Abraumhalden vor den ehemaligen Förderanlagen sein.

Gesprochen indes wird von 400 000 Tonnen weiterverwertbares Mineral in der Zeitspanne von 1900 bis 1952. Genau erfahren wird dies kaum noch jemand.

Rekonstruktion die Zweite

5.9 Kilometer weiterwandernd ins zweite Bergwerk Minas de la Partala zeigt sich ein mir ein eher fremdes Bild der Anlagen. Umso schwieriger für mich eine halbwegs sinnvolle Rekonstruktion zusammenzubasteln. Auch hier wieder hilfreich Karten und Bilder von Iberpix und von Googlemaps.

Minas de la Partala

Minas de la Partala

Nach Anklicken der Karte erscheint diese  in grosser Darstellung.

Im Gegensatz zu den Minas de las Balsas war, in Partala, eher chaotischer Abbau betrieben worden. Das Satellitenbild zeigt, die Halden liegen weit verstreut herum, wahrscheinlich waren einst oberhalb der Halden  jeweils bis zu 100 Meter reichende Schächte angelegt worden.

Schachttförderanlage

Schachttförderanlage

Von denen Schächten sind heute kaum welche Auffindbar. Einer, Westlich der Schmelzöfen gelegen,  ist anhand der oberhalb gemauerten Platte schnell erkennbar. Gut beschrieben, die mit Eselskraft betriebene, dazugehörende Schachtförderanlage, welche noch heute gut erhalten ist, auf Joses Seiten unter: LAS MINAS DE AZUFRE DE LA PARTALA EN BENAHADUX .

 

Weiter sind, im Unterschied zu las Balsas, auf Partala kaum Spuren von Schienenfahrzeugen oder Förderbänder erkennbar. Das Schwefelige Gestein wanderte, von Schacht zu den Mehrkammeröfen, hoch zu Eselskraft oder, wenn etwas Luxuriöser, auf etwelchen Schubkarren über holperige Wege. Der Stollenverlauf kann ich nur erahnen anhand des mir naheliegenden geografischen Zusammenhangs zwischen las Balsas und Partala.

Überraschend indes die eher modern anmutenden Mehrkammerschmelzofenanlage. Hierbei, das Verfahren Gil, werden mittels Heissgasen deutlich weniger Schwefelsteine verfeuert um den zu gewinnenden Roh-Schwefel zu extrahieren. Klar, la Partala hat hierbei technisch eindeutig die Nase vorne. Auch privilegiert, in Partala liegen auf dem Bergwerksareal einige verlassene Trafostationen verstreut, ergo Partala genoss die nähe zu der Mittelspannungsleitung von Benahadux zeitgleich schnatterte ein Dampfmotörchen, mit allerlei Gelbzeugs betrieben, auf den Hügeln von las Balsas.  Ohnehin schien die Aufbereitungsanlage irgendwo in 50ern eine drastische Modernisierung erfahren haben, Die Gebäude wirken eher neueren Datums um die zentral gelegene  Schmelzanlage auf Partala. Stollen, nur deren 3 an der Rambla Don Nicolás Codoy mir bekannt, zeugen von eher primitiver Bergbautätigkeit. Ich traute mich in keiner der 3 Stollen, zu brüchig erschien mir das zusammen liegen der Untertagsbaue. So solls auch Jose ergangen sein welcher, trotz ortskundig und äusserst neugierig, auch nichts weiter über das Innenleben der Stollen zu berichten weiss. Die Schächte sind soweit mir bekannt, keine offen.

Das Geoprofil des Schwefels

Schächte Minas de Gador / Benahadux

Schächte Minas de Gador / Benahadux

Mit Hilfe der mir nun eindeutig bekannten Schächte, Schacht la Partala Ost auf WGS84 36.918365 / -2.477316 / 220müm und Schacht Schmelze West las Balsas WGS84 36.925715 / -2.542544 / 510müm kann ich den Schwefelverlauf halbwegs nachvollziehen welchem zwischen 1890 und 1950 gefolgt wurde.

Geologieprofil Gador

Geologieprofil Gador

Dito, gross machen,  Anklicken.

Wahrscheinlich verläuft eine Schwefelführende Schicht von Ost nach West leicht steigend den Hügeln der Sierra de Gador folgend.

Schnitt Schacht zu Schacht Gador

Schnitt Schacht zu Schacht Gador

Wie üblich, gross machen,  Anklicken.

Meine Sicht hierbei den Schnitt von Schacht zu Schacht nach Süden blickend.

Das Schwefel scheint sich in La Partala und Las Balsas zu massieren. Entdeckt wurde dieses Schwefel wahrscheinlich in alten Bleistollen an der Rambla Don Nicolás Codoy und am Nordhang oberhalb der Ramla de las Yeguas. Der industrielle Abbau erfolgte jedoch ausschliesslich, rund 20 Meter unter der Hügeloberfläche, über Schächte.  Stollen wären in diesem flachen Profil eindeutig zu lang ausgefallen.

Quellen und Links auf Spanisch
Patrimonio Andaluz Minas de Azufre
Patrimonio Andaluz Minas de Benahadux
De Urke A Benahadux Minas de Azufre
De Urke A Benahadux
Geolink Iberpix Gador / Benahadux

Interview auf Spanisch eines Gadorbewohners zu den Minas