Geschichte

Meine Geschichte
Gemacht an Heiligabend 2001 und geändert am 4.1.2003

Vorwörter
Betrachtungen meiner Entwicklung aus der Sicht einer lieben Freundin im Dezember 2002

Luisa im Sommer 2002

Luisa im Sommer 2002

ES WAR EINMAL……….

Ein kleiner Junge.
Er war sensibel und verträumt und wollte nicht sehr viel mit den anderen Buben spielen.Oft war er ziemlich rau, schliesslich war dies männlich und wurde akzeptiert. Doch der Junge war anders!

Manchmal war er gar nicht so leicht ihn zu verstehen – er verstand sich selbst oft nicht mal.Darum war er manchmal ziemlich schlimm, machte Dinge die man gar nicht machen sollte und war traurig.
Wie ihn andere sahen so war der kleine Junge nämlich gar nicht. Er wollte keine Buben-Hobbys.
Nein-sein Blut kam eher bei schönen Röcklein und Lippenstift’s in Wallung und es war so schön mit anderen Mädchen zu spielen.
„Ach, wie schön die Girls es doch haben“, dachte der kleine Bub oft mit einen tiefen Seufzen…..
Als der Junge älter wurde, so kam ihm in den Sinn,dass er nicht nur andere Mädchen ganz cool findet,da war doch noch mehr…
Am Liebsten hätte er die ganze Kleiderabteilung für Frauen kaufen wollen und richtig fiebrig wurde er, sobald er die Schminkabteilung betrat.
Die Menschen waren böse zu dem Jungen weil er anders war und er fühlte sich gar nicht wohl in seiner Haut!
Der kleine Junge wollte ein Mädchen sein, soviel stand fest.
Sodann ging der Bub einen langen steinigen Weg um dass zu sein, was er fühlt.Der Junge war kein Junge mehr….UND LUISA WAR GEBOREN.

GUTE NACHT

CLAUDIA claudia31ch@yahoo.de

Einiges zu meiner Person und meiner Geschichte:

Meine ersten Lebensjahre
Geboren bin ich am 17. August 1965 in Zürich. Als Sohn einer Spanischen Emigrantin und eines Schweizer Journalisten. Im behütetem Elternhaus lebte ich bis zu meinem siebten Lebensjahr eine sehr freie und glückliche Zeit ganz im Sinne der dazumaligen 68er-Ideologie.

Ja so sah ich aus am 16.12.2001

Ja so sah ich aus am 16.12.2001

Meine erste Schulzeit,
Frühling1972
Oder eine unerschöpfliche Inspirationsquelle für SM-Spiele
Da ich in einer Harmonischen Welt aufwuchs in der es keine Hierarchien keine Kriege und keine Gewalt gab, und wenn dann wurde alles wegdiskutiert, wurde ich beim eintritt in den Kindergarten mit einer anderen Seite des Lebens konfrontiert. Nun sollte ich das Prinzip des Stärkeren kennenlernen jegliches auffallen in dieser männlichen Welt der ich zwangsläufig biologisch angehörte sollte mit allen Mitteln unterdrückt werden. Schnell wurde unter meinen Schulkollegen die passende Definition für meine Person gefunden. Ein „Tsching“ (abschätziges Wort für Italiener) sollte ich ab diesen Tag sein, denn meine erlernte Sprache war Spanisch und nun musste ich in einer gewaltsamen Umgebung die Schweizerdeutsche Sprache erlernen.

Meine Schulzeit die Zweite
Zeit der Ignoranten irgenwie irgendwo 1974
Irgendwie soll mir die Freude respektive das Interesse an der Sprache genommen werden. Ganze Hefter voll kritzle ich je ein und dem selben Buchstaben. Unter Androhung von Strafen die Ironischerweise sich über die Jahre hinweg kumulierten habe ich mich mehr oder weniger dem Druck hingegeben. Heute erfreue ich mich über die Existenz der Korrekturprogramme.

Schulzeit die Dritte
Als Pflastersteine Flügel bekammen 1980
Ich Schlag zurück, ich Schlag um mich. ich bin nach dem Rausschmiss aus dem Rudolfsteiner-Internat in Tarasp mit 13 Jahren mit Polizei und Justiz in Kontakt gekommen und wechsle denn Wohnsitz zu meinem Vater da sich offensichtlich in etwelchen Gehirnen die Idee festgegraben hat das ein Junge die starke Hand eines Mannes braucht.
Die Nächsten Jahre meines Lebens sind geprägt von zahlreichen Gewaltexzessen gemischt mit viel Hasch und Bier. Ich bewege mich innerhalb der Punkszene im Sog der dazumaligen 80er-Jugendunruhen. Abwechselnd begehe ich Einbrüche, Sachbeschädigungen, Fahrzeugdiebstähle und und und. Die obligate Hausdurchsuchung mit anschliessender Untersuchungshaft wird zur Routine. Ich verbringe meine Zeit mit dem Psychotherapeuten und erfreue mich über das Glück das ich hatte dank eines Vaters der einiges an Einfluss an meinem Strafmass hatte ohne das ich zur Einsicht gelange das ich mich dem System anzupassen müsse. Allerlei Legastheniezeugnisse sammelten sich in meiner Akte um später die Absurdität einer in sich selber erklärenden Gesellschaft zu dokumentieren.

und so sah ich aus am 23.8.1998 im letzten Militäreinsatz den ich absolvierte

und so sah ich aus am 23.8.1998 im letzten Militäreinsatz den ich absolvierte

Ich beginne eine Lehre und wechsle mit 18 Jahren in den Erwachsenenstrafvollzug.
17. August 1983
Meine bis heute letzte Strafe von einer Woche Dauer wegen fahren ohne Führerschein sitze ich im Bezirksgefängnis Uster ab. Ich ziehe zu meiner Mutter nach Zürich und schliesse meine Lehre als Elektromonteur mit Bestnoten ab. Nebenbei lege ich in einem Zürcher Club auf. Meine Kreative Seite wird geweckt ich experimentiere an den Plattentellern herum und erarbeite mir eine Musikalische Identität die bis heute in den Grundzügen bestand hat. Eine Zeit die durch lockeres dahingleiten mit meiner ersten Liebe Monika und viel Hasch relativ Harmonisch vorbei schreitet.

Rekrutenschule, Ich werde Soldat und entdecke Bondage
Sommer 1987
Mit meiner anarchistischen Gesinnung beginne ich mit 22 Jahren die 17 wöchige Militärische Grundausbildung die sich völlig meinem Verständnis und meiner Logik entzieht. Doch es ist die Zeit in meinem Leben wo ich mich am ehesten in dieser männlichen Welt mit deren Sitten und Gebräuche zu integrieren vermag. Das auf engstem Raum zusammenleben mit verschiedensten Menschen erlebe ich als eine grosse geistige Bereicherung. Ich komm in dieser Zeit zur Erkenntnis das alle Menschen Bisexuell sind das Erziehung eine immens wichtige Rolle spielt in der Artikulation des Zusammenseins. Das alle Menschen eines Gemeinsam haben sie wollen das leben optimieren mit allen darin enthaltenen Gefühlen wie Hass, Liebe und Gewalt. Die Kunst sei es diesen Optimierungsgedanken im Zusammenleben zu harmonisieren. Das ich mit meiner etwas femininen Art innerhalb dieser Männergruppe hin und wieder für etwelche Fesselspiele hinhalten muss stimuliert meine Fantasie ungemein. Ich finde in dieser Artikulationsform der Bisexualität grossen Reiz und beginne meine erotische Fantasie in geheimste Gedanken zu Packen.

Zeit der Unsicherheiten
Erneute Invasion der fliegenden Pflastersteinen 1990
Ich habe einiges an Ausbildungen hinter mich gebracht. Den Industrieelektroniker, die Vorbereitungsschule zur Ingenieurausbildung und den offiziellen Führerschein habe ich in dieser Zeit gemacht. War an der Eintrittsprüfung zur Ingenieurschule Winterthur und habe diese zu Glück nicht bestanden. Einen schnellen Wagen legte ich mir zu den ich irgendwo wegen übersetzter Geschwindigkeit aus einer Kurve warf. Ich schliesse mich der Hausbesetzerszene an und lebe in einer 21 Zimmervilla mit 18 Anarchos zusammen. Eine bewegte Zeit beginnt der Widerstand wird geübt zwischen Demo Punkkonzert und Saufgelage bleibt wenig Zeit um Geld zu verdienen. Wieder soll ich Gewalt austeilen um mich zu finden im gar nichts. Eine Zeit die mich schwer in Zweifel stürzt ob Sinn und Unsinn meines Seins ich beginne ein Unverständnis für meine nichtgelebte Sexualität zu kreieren. Meine Fantasien werden ins tiefste Loch verbannt wo sie vor sich hin gedeihen und zu unverständlichen Gebilden heranwachsen. Nach der Räumung der Villa ziehe ich wieder zu meiner Mutter und Schwester wo ich immer mehr zur unerträglichen Last für meine nächsten werde. Ich beschliesse eine Psychotherapie zu machen mit der Idee meine unerträglichen Gewaltausbrüche zu kanalisieren.

Luisa spinnt oder ist Luis der spinnt, wieso denn?
1991
Im laufe meiner Psychotherapie beginne ich meine Bedürfnisse aus meiner tiefsten Versenkung hochzuheben. Beginn einer Luisa die sich anfänglich nur als Schuhfetischist definierte. Der Umbruch naht. Eines Tages trage ich in der Wohnung bei meiner Mutter die Grünen Pumps die ich aus einem Mülleimer gefischt habe. Naja erstaunte blicke na und.
Der Beginn meiner Auseinandersetzung mit meinem angeborenen Geschlecht.

Ich gehe nach Thailand, ganz Mann
Sommer 1992
Kurzfristig kündige ich meine Arbeitsstelle in der Schweiz um am Umbau einer alten Autofähre zu einem Partyboot in Surat Thani Thailand mitzuwirken. Meine Aufgabe ist es Maschinen, Mechanik, Elektrik, Hydraulik, Pneumatik und Wasser wieder instandzustellen und den neuen Voraussetzungen anzupassen. Ein Sprung ins Kalte Wasser habe ich gewagt all meine anhin gekannten Sorgen schwinden im Alltag einer völlig fremden Kultur in die ich mich einleben will. Dahin bin ich ab dieser Menge an neuen Eindrücken die auf mich reinbrettern. Fasziniert bin ich ab einer Kultur die all das in Frage stellt was ich bis anhin als richtig glaubte. Niedergeschlagen bin ich ab dieser fülle an lieben Menschen die meinen Kopf mit Gedanken füllen. Ich lernen Thailändisch und entwickle den Ehrgeiz diese Sprache mündlich und schriftlich zu können. Ich lache mir den Bauch voll ab all denen Legastheniezeugnisse die mein leben zierten nur um eine Erklärung zu finden für das was nie sein durfte, Kreativität. Ich feiere meinen 27igsten Geburtstag in Surat Thani. Langsam entwickeln sich Kontakte zu Frauen und mit dem verbunden erlebe ich meine ersten sexuellen Erfahrungen. Das leben präsentiert sich in einer ungeheuren Pracht und Vielfalt. Eine Glückliche Zeit erlebte ich unter so vielen lieben Menschen.

Zurück in Zürich
Sommer 1993
Die Zeit der Arbeitslosigkeit. Ich habe viel Zeit mich auf das System vorzubereiten meine Gedanken die noch wirr im Kopfe rumschwirren zu sammeln und mir zu überlegen wie ich weiter mein Geld verdienen will. Ich beziehe Arbeitslosengelder um mir eine Selbständigkeit aufzubauen was mir bedingt durch einen grossen Freundeskreis auch gelingt.

Amporn meine liebe Freundin
Am 23. Juni 1994 begegne ich Amporn
Die Tatsache das ich nun Thailändisch kann und noch immer eine tiefe Faszination für die dortige Kultur inne hatte öffnete mir die Welt. Viele anregende Gespräche führe ich mit in der Schweiz lebenden ThailänderInnen. So lerne ich auch Amporn kennen und deren steinigen Lebensweg. Sie die aufbrach ins nichts ein besseres leben zu suchen ausserhalb Misere und Armut und sich hier in der Schweiz wiederfand sollte nach kurzem kennenlernen meine Freundin werden. Ein Mensch der mir Welten öffnete, die mir mein ich zeigte und mir lernte wie ich ich bin und wieso ich ich sein sollte. In langen Gesprächen erweiterte ich mein Wortschatz und verfeinerte die Gabe ein wenig lesen und schreiben zu können. Ich meinerseits zeigte ihr die fülle einer Europäischen Kultur die sie bis anhin nur aus Hollywood Filmen kannte. In der Folge reisten wir viel in Europa umher. Erotik war nun etwas für mich das eine völlig neue Gestalt annahm nun hatte ich jemand mit der ich über meine Fantasien Sprechen konnte und einiges auch ausprobieren konnte. Wir bauten uns unsere Fesseln und schufen das Atelier Eisen das von nun an sich der fesselnden Erotik hingeben sollte mit der Idee die hergestellten Fesseln zu verkaufen.

Transgender
Ravenation 1995
Ach ja die Zeit beginnt wo Techno und Technologiebegeisterte die Ravenation im Exzess feiern und all das gewohnte und gewesene wieder mal über den Haufen werfen. Eine neue Jugendbewegung formt sich in der ich mich gemeinsam mit Amporn hineinbegebe. Die neu gewonnene Freiheit Androgyn zu sein und sich Androgyn zu kleiden koste ich bis ins allerletzte Detail aus. Fetischpartys etablieren sich in Zürich, Streetparaden werden abgehalten und geile Musik dröhnt aus allen Ecken ohne jeglichen kommerziellen Hintergedanken. In diesem Umfeld bin ich wieder selbst im Zweifel ob nicht zu diesem Plateausandalette sich doch noch ein Rock gesellen sollte. Bin ich Frau und wieso bin ich Frau diese sind Fragen werden mich in Zukunft immer häufiger beschäftigen. Ich beginne eine Entwicklung als Damenwäscheträger da ich glaube das dies ein Kompromiss ist den ich mit dem Sozialen Umfeld in Einklang bringen kann. Amporn beginnt zu fühlen das sich in mir eine Wandlung vollzieht die sie intellektuell nicht begreifen kann. In dieser Zeit ziehe ich aus der Wohnung meiner Mutter um eine Altbauwohnung zu beziehen in mitten von Zürich in der ich bis heute noch lebe. Der anfänglich Gedanken mit Amporn zusammenzuleben scheint immer mehr an Substanz zu verlieren. Ich bin dessen überzeugt das ich ein möglichst bohemes leben führen möchte. Begriffe wie sozialer aufstieg grosses Auto und neue Möbel verlieren je länger je mehr an Bedeutung für mich. Amporn die wegzog aus ihrer Heimat um zu leben wie in Hollywood war nun konfrontiert mit einer Lebensrealität die ihr das eigene Schicksal in ihre Hände legte. Je länger je mehr wurde ihr klar das ich ihr nie diesen Status Quo den sie von der Schweiz erwartete bieten konnte. Amporn entscheidet sich weiterhin mit ihrem Ehemann zusammenzuleben der ihr einen gewissen finanziellen halt sichert und mit dem sie bis heute noch lebt.

Zeit der Auseinandersetzung
1996
Ich beginne meine neu gewonnene Freiheit Frau zu sein in meiner Wohnung zu geniessen. Amporn jedoch scheint meine weibliche Seite überhaupt nicht zu begreifen. Ich meinerseits dränge darauf mich die Frau in mir kennenzulernen. Oft hänge ich an Fetischevents und verdrehe denn Männern den Kopf und eines Tages schleppe ich die Transe Angela zu mir nach Hause die von nun an ein halbes Jahr mit mir zusammen wohnen wird. Sie bringt mir bei mich als Frau zu bewegen und gemeinsam mit meiner Freundin beginnt erneut eine sehr bewegte Zeit mit viel fesseln und viel Frausein doch immer auch mit der nervenaufreibenden Auseinandersetzungen über meine junge weibliche Seite.

DragQueen Luisa

DragQueen Luisa

DragQueen, ich bekomme meinen Namen
Das Jahr der Transen 1997
Gemeinsam mit Angela erkunde ich die weite Welt einerseits im Internet anderseits auf der Strasse und im Club. Mein Aussehen kann nie genug schrill sein. Stunden verhänge ich vor dem Spiegel. Das Geld wird mit allen Händen ausgegeben um mir neuen Fummel zu besorgen. Der Besuch gemeinsam mit Angi einer DragQueen-Party in Zürich legt meine letzte Hemmung nieder. Erspäht durch ein wartendes Fernsehen-Team an der besagten Fete, welches sich sogleich auf uns stürzt, werde ich nach meinem Namen gefragt, ich sei Luisa antwortete ich. Somit war Luisa geboren und scheinbar alle nur denkbaren Hindernisse aus dem Weg geschaffen zu meiner neuen Identität. Wir hämmern das Internet voll alles wo sich eine Seite hosten lässt werden unsere Bilder und unsere Seiten raufgeladen. Immer öfters bewege ich mich als Transvestit im öffentlichem Leben. Angela zieht aus meiner Wohnung wieder entsteht ein Loch in meinen Gefühlen und wieder erblicke ich das meine liebe Freundin an meiner Seite weilt trotz meinen ausgedehnten Eskapaden die unsere Beziehung immer wieder in tiefe Krisen führte.

SM
1998
Über ein Flugblatt das an einer Fetischparty aufliegt lerne ich Paul kennen. Paul ist im begriff den ersten offenen SM-Stammtisch der Schweiz zu gründen und sucht interessierte MitgestalterInnen an diesem unternehmen. Somit war ein gemeinsames Interesse, SM gefunden. Schnell entwickelte sich einen näheren Kontakt und Paul zog in meine Wohnung nach Zürich. Dies war der Beginn einer Party die nie zu enden schien wenn nicht Laby dann SMart-Fete Düsseldorf oder Utopia Zürich und die verbleibende Zeit nutzten wir in dem wir die Dienstwagen von Paul Probefahrten Zürich München und zurück. Der Stammtisch kam ins rollen somit war immer eine Gelegenheit um ein tolles Spiel zu gestalten vorhanden. Wo ich mich hinbewegte Stricke waren stets in der Handtasche. Da wir beide gut verdienen und wir keine Egoisten waren leben wir ein leben in Saus und Braus. Auch meine Freundin Amporn fand gefallen an dieser Lebensform. Putzfrau, auswärts Essen, schnelle Wagen und vieles mehr das dem Leben so das gewisse etwas abgibt. Viel wird gespielt einiges an Grenzen des aushaltbaren ausgelotet. Wilde Partys werden in der Wohnung gefeiert. Doch auch diese Party hat ein Ende und Paul zieht nach der Heirat aus meiner Wohnung. Doch diese leeren wird für mich zum Genuss endlich Raum und Zeit endlich wieder die Langsamkeit des Lebens zu fühlen um Energien zu tanken.

Genug vom ganzen
Hallo Mülltonne November 2001
Ich bewege mich nur noch an meiner Arbeitsstelle als Mann, alle wissen es, alle haben mich gesehen. Ich frage mich ob es den Crossdresser gebe oder ob dies nicht schon wieder ein Kompromiss ist in einer Gesellschaft die nach Erklärungen lechzt. Ich will mehr, der Bart muss weg, Laserepilierung ist das Wundermittel. Der Wechsel zwischen Mann und Frau fällt mir immer schwerer. Ich Organisiere mir Hormone und beginne mit einer schwachen Dosis mein Körper zu Formen. Den Versuch meiner Freundin willen mich wie ein Mann zu kleiden in der Zeit der sie bei mir weillt scheitert immer und immer wieder. Ohje welch eine Illusion nie ist es recht was ich anziehe in der folge beginnen ernsthafte Streitereien zwischen Amporn und mir. Genug vom ganzen meine männliche Kleidung findet den weg zum Mühleimer. Welch ein schritt und welch eine Befreiung. Ich bin ich und ich bin 13 Jährig die Hormone tun das seinige. Ich fühle mich gut zufrieden rundum endlich hat die krisengeplagte Beziehung zu Amporn wieder Hand und Fuss. Ich stelle um, sage allen das ich nun eine Frau sei und stehe meine Frau auch auf der Arbeit als selbstständige Elektrobauleiterin. Nach langem Zweifeln habe ich mich zum weg zur Frau entschieden.
Wer ist Luisa, ein Sommer voller Fesseln und Ketten

Das fesselnde Jahr 2001
Das ist neu, alles ist neu, ein kleines Mädchen bin ich mit lauter Blödsinn im Köpfchen. Ich liebe und achte meinen Körper der langsam die Gestalt annimmt die meinem Naturell entspricht oder ich meine dies. Ich die freiheitsliebende Anarchistin und Bondagekünstlerin entdecke in mir die devote Seite. Bald baue ich eine reine SM- Spielbeziehung zu meiner Stammtischbekanntschaft Karl Heinz auf. Diese Gemeinschaft entwickelt eine Intensität und eine Spannung die den Ausgleich darstellt zu meinem täglichem Leben. Nie hätte ich mir vorstellen können das ich ganze Wochenenden in Ketten verbringen könnte das sich mein Alltag auf 4 Quadratmeter beschränken würde. Nie hätte ich gedacht das ich Spass haben könnte wenn ich für kleinste Verfehlungen mit körperlichen Zucht zu zahlen hätte. Doch es kam wie es kam. Ich entdeckte SM als eine tiefe Kommunikationsform auf höchstem Level. Teil meiner Identität die wächst und wächst und die ich mich mit naiver Neugier hineinstürze

Und was ist Heute?
Heiligabend des Jahres 2001
Ich weiss es nicht wer weiss es den? viele Ängste plagen mich mein Weg sei nicht der einfache ich beobachte meine Leidensgenossinnen auf diesem Weg der Transidentität einige scheitern viele sind ewig im Zweifel mit sich selber und alle Bios ähneln sich meiner Biografie.
Ein Appell an das Leben soll diese Biografie sein auf das viele Träume gelebt werden und viele Ichs sich denn Weg durch eine bunte Welt bahnen mögen.
Luisa
Transe, Sklavin, Bondagekünstlerin, Htmlbüssi, Liebhaberin, Elektrobauleiterin, Netzwerkbastlerin, Hausbesetzerin, Anarchistin, Schiffsmechanikerin
Oder schlicht eine Kreative Person wie alle Menschen

Schlussgebabbel
Niemand, nicht hier und nicht dort, solle je jemand oder sich selbst töten oder töten müssen. Seinen wir die, die gezeichnet durch einen schweren Lebensweg etwas besser machen mögen.
Ich wünsche allen Moslems, allen Buddhisten, allen Christen und allen Atheisten Gesegnete, glückliche, friedliche und wunderschöne Fest und nicht so Festtage
Luisa Maria Karrer