Goldminen Rodalquilar

Minas de Rodalquilar

Minas de Rodaljillar

Minas de Rodalquilar

Der Weg des Goldes oder
ein Relikt vergangener Industriespitzenleistungen findet in Rodalquilar Andalusien seine letzte Ruhestätte. Zweifelsohne für mich die ich doch einige familiäre Verbindungen zu solch Sonniger Gegend habe, ein Anlass die Geschichte etwas aufzurollen und nachzuforschen was da in der Wüste von Nijar vor sich hin modert.

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Genannt dies Werk, reichlich bebildert, nicht nur von mir, Planta Denver eine Cyanidlaugerei. Der Name Planta Denver ruht von denen englischen Investoren die alle Gebäudekomplexe auf Englisch beschrifteten dies im Wissen das damalig wohl kaum ein Spanier in dieser Gegend der englischen Sprache mächtig war. Die Cyanidlaugerei diente der Goldgewinnung aus schwach Goldhaltigem Gestein welches in den umliegenden Minen gewonnen wurde.

In der Goldgewinnung sind bis anhin dreierlei Verfahren bekannt.

Das Anschwemmverfahren
Gold welches einiges schwerer ist als sonstiges Gestein wird in flachen Pfannen ausgewaschen. Dies Verfahren dürfte besser bekannt sein als Goldwaschen.

Das Amalgamverfahren
Beim Amalgamverfahren werden goldhaltige Sande mit Quecksilber vermischt. Das Gold verbindet sich mit dem Quecksilber und wird somit zu Amalgam. Diese Verbindung lässt sich einfach trennen vom restlichen Sand. Anschliessend wird durch Erhitzen, das Quecksilber Verdampft während Gold welches den viel höheren Siedepunkt hat übrig bleibt.

Die Cyanidlaugerei
Das Gold kann mittels einer Natriumcyanid-Lösung (Natriumsalz der Blausäure HCN) durch Berieselung aus dem goldhaltigen Sand herausgelöst werden. Später kann dieser Lauge der Goldanteil entzogen werden.

Die Anlage in Rodalquilar ist eine Cyanidlaugerei damals nach der Modernisierung 1956, bau Planta Denver, die grösste und zeitgleich die modernste in Europa.

Planta Denver Funktionsprinzip (Gross machen, Anklicken)

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Funktion
In den umliegenden Minen, rund 3 Kilometer Umkreiss, wurde goldhaltiges Gestein abgebaut welches mittels Lastwagen im Abwurfsilo abgeladen wurde. Eine grosse, sehr leistungsfähige Steinbrechergruppe, die Trafostation lässt dies vermuten, zerkleinerte das Gestein bis dieses ein einer Kugelmühle zu feinem Sand weiterverarbeitet werden konnte. Dieser Sand gelangte nun in die 6 Becken wo dieser mit der Lauge benetzt wurde. Der entstandene goldhaltige Schlamm sinkte in die Sammelsickergruben während das der leichtere Laugensandschlamm in die Überlaufrinnen ablief. Der Abfluss der Überlaufrinnen speiste die Natriumcyanid Wiederaufbereitung während die Sammelsickergruben den goldhaltigen Schlamm zur Weiterverarbeitung, Filterung, leiteten. Nach der Trennung der Lauge könnte das Gold mittels Verhütung weiter Raffiniert werden.

Geschichte
Erste Urkundliche Erwähnung finden die Minen von Rodalquilar anno 1825. Damals noch als Blei, Zinn und Kupferminen. Der Zufall wollte es das 1864 die Bergleute Gold im Aushub entdeckten. Nach dem Goldfund wurde eher in kleineren Mengen abgebaut und das goldhaltige Gestein nach Murcia zur Weiterverarbeitung gesandt.

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Zu Zeiten des ersten Weltkriegs wurden grosse Teile der Minen geschlossen.

1925 wird in der Minengegend eine Amalgamanlage eröffnet dies jedoch mit mässiger Ausbeute.

1931 wird mit englischem Kapital die erste Cyanidlaugerei Planta Dorr gebaut.
Diese Anlage wird 1956 unter englischer Leitung massiv ausgebaut und erweitert zur Planta Denver.

1966 schliessen die umliegenden Gruben mangels Rentabilität. Die Cyanidlaugerei Planta Denver stellt den Betrieb ein.

Obschon immer wieder neue Versuche unternommen werden Gold in diversen Gruben zu fördern wird die Cyanidlaugerei Planta Denver nimmer aktiviert. Das Planta Denver Areal und das angrenzende Bergbaudorf Rodalquilar verfällt. Heute bleibt ein wahrscheinlich gewaltig verseuchter Boden rund um die Schlammabgüsse und die beeindruckenden Industrieruinen von Planta Denver. Auch ein Grossteil der Gruben in der Umgebung sind verlassen oder gar verstürzt.

In den Jahren 1943 bis 1966 wurden 1 600 000 Tonnen Gestein mit einem durchschnittlichen Goldanteil von 3,5 Gramm pro Tonne auf Planta Denver verarbeitet. Die stark laugenhaltige Schlammhalde vor Rodalquilar solle noch 1 250 000 Tonnen umfassen.

Zuletzt anzutreffen waren die Goldminen von Rodalquilar in diversen Hollywoodstreifen. Etliche Filme sind in der bizarren Kulisse gedreht worden. Bekanntester etwa, Indiana Jones Jäger des verlorenen Schatzes mit Harrison Ford

Update Rodalquilar 2017

Unser kleine Studienreise ins Andalusische  Bergbaureich veranlasste mich hier, auch diese Seite, auf den neusten Stand zu bürsten. Insbesondere die Innenansichten der Bergmännischen Arbeiten dürfen auf dieser Seite keineswegs fehlen.

Standorte einiger besuchter Goldminen

Gruben Rodalquilar

Gruben Rodalquilar

Meine Freunde und ich waren auch in dieser absolut bedeutenden Stätte des Goldbergbaus zu Besuch. Leider reichte die Zeit bei weitem nicht um in alle Werke zu blicken die, meiner Meinung nach, Interessantesten sollen hier nähere Beschreibung finden.

Gruben und Anlagen „Abellan“

Stollen Abellan Rodalquilar

Stollen Abellan Rodalquilar

Westlich der Cyanidlaugerei Planta Denver liegt ein verträumtes Tal mit einigen Zeugen früherer Industriezeit. Kleine aber Zahlreiche Stollen förderten, noch mit Muskelkraft in Körben (Espuertas), die erzhaltigen Gesteine zu Tage. Im Tal stehen noch die Becken der früheren Anschwemmanlage. Wahrscheinlich könnten diese Minen zu den eher älteren Zählen. Die Flotationsanlage  ist definitiv noch vom 19. Jahrhundert.

Werk „Filon 340“

Filon 340 Blick abwärts

Filon 340 Blick abwärts

Man sagt diese Grube seie die ergiebigste gewesen. Tatsächlich sind diese Grubenwerke bis zu jüngster Zeit, um die 1960er, bewirtschaftet worden. Im innern öffnet sich bald ein tiefer Schacht welcher Vertikal in die Tiefe stürzt. Mittels diesem Hauptschacht war der grosse, fast vertikal verlaufende Abbauschlitz erschlossen. Früher war im Schacht ein Aufzug mit untertägigen Aufzugsmaschine eingebaut heute indes muss dieser Schacht mittels Vertikal-Seiltechnik bezwungen werden. Unsere Messung ergab eine Tiefe ab Schachtkopf von 50 Metern. Es sei jedoch zu bedenken dass auch aufwärts, ab Grundstrecke, ein beträchtlicher Höhenunterschied zurückgelegt werden kann. Bis anhin ist mir einzig eine Gruppe bekannt die dies Höllenwerk bezwang, namentlich José Miguel Sola mit Freunden.

Im Untergrund des Filon 340 wurde das Mineral Rodalquilarit, abgeleitet vom Ortsnamen Rodalquilar, entdeckt.

Gruppe „San Diego“

San Diego Rodalquilar

San Diego Rodalquilar

San Diego ist das bei weitem grösste zusammenhängende Bergbaurevier im Rodalquilar-Gewirr. In diesem Revier sind verschiedene grössere Gruben angesiedelt. Im Bild, aufgenommen von der Halde der Grube Süd, die mittig Namensgebende Bergknappensiedlung. Rechts im Foto die mächtige Trafostation mit dahinter liegender Halde der Nordgrube.

San Diengo Nord Rodalquilar

San Diengo Nord Rodalquilar

Die Südhauptgrube verläuft praktisch Parallel zu Filon 340. Auch in dieser Grube taucht bald ein, respektive zwei gefährliche Schächte, auf, diese in etwa gleicht tief wie Filon 340. Im Unterschied zu Filon 340 sind in dieser Grube zusätzlich ausgedehnte Horizontalstollen, zwecks Sondierung, gesprengt worden. Der gefühlte 500 Meter lange Stollen  trifft, trotz der Nähe zu Filon 340, auf keine nennenswerten Abbauten. Die beiden nahe beieinander platzierten, ehemals mit Aufzugsmaschinen ausgestatteten, Schächte indes dürften ein und das selbe Abbaugesenk, auf verschiedenen Sohlen, erschlossen haben. So genau wissen wirs jedoch nicht. Auch in diesen Untergrund hätten wir die Seiltechnik einsetzten müssen. Und auch die Südgrube öffnet sich als riesiger vertikaler Schlitz, mit etlichen etwas weniger Modernen, Förderschächten. Die Annahme ist naheliegend, die Südwerke könnten früheren Datums sein.

Gruppe „Las Niñas“

Las Niñas Rodalquilar

Las Niñas Rodalquilar

Die Gruppe Las Niñas dürfte auch ein eher ergiebiges Bergwerk gewesen sein. Die wuchtigen Aussenanlagen wie auch das grosszügig konzipierte Grubenbahntrasse sprechen eindeutig dafür.

Zeitweilig waren in Rodalquilar bis zu 20, mehr oder minder, autonome Bergbaugesellschaften auf rund 50 Bergbaureviere verteilt. Je nach Bergbauepoche sind mehr oder minder aufwendige Weiterverarbeitungsanlagen errichtet worden. In letzter Bergbauepoche von 1930 bis ca 1966 transportierte man die Erze in die Planta Denver zur Cyanidlaugerei.

Hauptschacht Las Niñas

Hauptschacht Las Niñas

Zur Las Niñas gehören zwei grössere Gruben wovon die neuere auch über ein mechanisierter Schacht die unteren Sohlen anfuhr. Dieser Schacht bringt, mittels Laserdisto, 70 Meter tiefe. Parallel zum untertägigem  Förderschacht kann das Abbaugesenk über den Hauptquerschlag bequem erreicht werden. Diese Grube verfügt über eine gut ausgebaute Fahrstrecke welche die oberen Gesenkbereiche abdeckte. Weiter ist am Nordende eine Treppe eingeschlagen mittels dieser heute tiefere Abbaustellen erreicht werden können.

Versatzstrosse Las Niñas

Versatzstrosse Hauptgesenk Las Niñas

Einbauten Las Niñas

Einbauten Las Niñas west

Das Abbaugesenk schneidet den Berg fast Vertikal in Nord-Süd-Richtung. Die Gesamthöhendifferenz erreicht, grob geschätzt, 150 Meter. Oft begegnen uns Kunstvoll eingebaute Strossen im Stollenhimmel. Auch die Fahrstrecke verläuft zeitweise auf Holzeinbauten trotzdem ist am Holze keine Zweifel anzumelden. Die trockene Luft hat den Einbauten keinerlei schaden zugefügt im Gegenteil, die Holzeinbauten scheinen wie noch zusätzlich erstarrt.

Im Bild die Fahrstrecke mit zwischengebauten Versatzpackungen. Bei unserer Befahrung fällt die zurückgelassene Sauberkeit in allen Gruben positiv auf.

Auf dem Grubenareal Las Niñas im Osten, damals noch Blei und Silber Grube, entdeckten 1864, in den ausgedehnten Halden, Arbeiter Gold. Dieser Goldfund, löste allmählich ein regelrechter Goldrausch in Rodalquilar aus. Noch im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche alte Gruben wiederbelebt oder Neue angelegt. Las Niñas gilt als die Entdeckung des Goldes obschon wahrscheinlich bereits früher in verschiedenen Gruben zu Blei und Silber auch bescheidene Mengen Gold abgebaut wurden.

Gruppe „Maria Josefa“

Bergwerk Maria Josefa

Bergwerk Maria Josefa

Maria Josefa ist das westlichste Bergwerk der Rodalquilar Goldgruben. 1930 solle das Werk mit der Bergmännischen Tätigkeit begonnen haben doch auch dies Werk gründet wahrscheinlich auf eine viel ältere Grube.

Stollen ??? Maria Josefa

Stollen ??? Maria Josefa

Aussenanlage ist schwer verständlich und kaum selbsterklärend. Schachtbauten sind in den Gemäuer angeschlossen die wahrscheinlich Förderung wie Bewetterung besorgten. Ein Stollen unter den Gebäuden, heute mit Autoreifen aufgefüllt, hat keinerlei Anschluss ans Hauptgesenk.

Was der Stollen für Funktionen übernahm ist uns Rätsel geblieben. Tatsache ist, Tagseitig ist dieser wunderschön mit Rundbogen ausgemauert. Das, wie bereits gewohnt, fast vertikal verlaufende Hauptgesenk erreicht unser kurze Pneustollen nie.

Das Hauptgesenk indes liegt hinter den Werken und war, wie so oft, mit Schacht und Auftagefödermaschine erschlossen. Vom Werk aus sind die Untertageanlagen nicht erreichbar.

Areal Maria Josefa

Areal Maria Josefa

Der neugierige Bergbauforscher, respektive die neugierige Bergbauforscherin, muss sich erstmals die Befahrung abverdienen. Dazu muss der Forscher, die Förscherin erstmals den Hügel des Kreuzes (Cerro de la Cruz) besteigen. Belohnt dafür nicht nur mit Grubeneinsichten sondern auch mit prächtigem Industriepanorama. Bildmittig die Knappensiedlung (Cortijo del Madroñal), diese gegenwärtig zum Verkauf stehend.

Grube Maria Josefa

Grube Maria Josefa

Fast auf der Bergspitze des Cerro de la Cruz öffnet sich die mächtige Spalte. Mittels eingeschlagener Treppe und kunstvoll angelegter Wege kann man tief ins Gesenk eindringen.

Treppe Maria Josefa

Treppe Maria Josefa

Wendeltreppen mit Versatzüberdachung führen in die älteren Abbauten der Mina Maria Josefa.

Oft sind Rundbögen oder Trockenmauern noch zusätzlich mit Gips ausgemauert. Auch in diesem Bergwerk überzeugt der gute Zustand der Holzeinbauten.

Die Grube kann rund auf 40 Meter vertikal befahren werden. Ein Anschluss ans neuere Hauptgesenk Maria Josefa finden wir keinen obschon, gemäss Erzählungen, die Gruben durchschlägig seinen.

Maria Josefa Abbau

Maria Josefa Abbau

 

 

Aufwendige Treppenbauten umsäumen den Bewetterungsschacht. Komfortabel lässt sich ein bedeutender Teil aus älterer Bergbauperiode des Maria Josefa Bergwerks befahren.

Bergbausiedlung Rodalquilar

Bergbaudorf Rodalquilar

Bergbaudorf Rodalquilar

Im schmucken Rodalquilar steht noch die Bergarbeitersiedlung in deren Ursprungsform. Leider sind jedoch einige Wohnbauten des Zerfalls bedroht. Eigenart der Siedlung ist die quadratische Anordnung der einstöckigen Einfamilienhäuser.  Die Eckhäuser sind indes zweistöckig und als Mehrfamilienhäuser konzipiert.

Förderschacht Rodalquilar

Förderschacht Rodalquilar

Und noch ein weiteres Überbleibsel aus alter Bergbautradition findet sich in Rodalquilar. Der alte Förderschacht solle 1935 3 lange Fahrstrecken  erschlossen haben.

Heute sitzt in dieser Schachtanlage eine Tauchpumpe die Wasser ins Trickwassersystem von Rodalquilar speist. Über die Tiefe des Schachtbaus kenn ich einzig Gerüchteküche wonach die 300 Meter Marke geknackt werde.

Sicher ist, auch die Tauchpumpe ist irgendwie herunter gehievt worden also könnte der Schacht durchaus fahrbar sein. Bei meinem Besuch war dieser, recht robust, mit Holz abgedeckt. Das alte Maschinenhaus der Förderanlage im Hintergrund lässt doch eine gewisse Tiefe erahnen und auch mir bekannte historische Fotos zeigen eine eher grössere Fördereinrichtung.

Kartenansichten
Stand ca 1940 Historische Karte Rodalquilar
Stand 2008 Aktuelle Karte Rodalquilar

Kartenbasis, Quelle Instituto Geográfico Nacional IBERPIX

Minas de Rodalquilar die Links in Spanisch:
LA MINERÍA DEL ORO DE RODALQUILAR PDF
Das Gleiche als PDF etwas detaillierter
El Oro de Rodalquilar sehr grosses PDF
Minas de Rodalquilar (umfangreich bebilderte Seite)

Googlemapsstao Planta Denver

Meine Bilder auf der Spanienseite