Minas Los Baños Sierra Alhamilla

Es ist hierbei wieder eine Geschichte, die vielerlei Ursprung in meiner Kindheit hat, etwas detaillierter erzählt. Wir nennen diesen wunderschönen Ort „Los Baños“ über welchen mein Grossvater Eduardo, als ich noch sehr klein war, viele spannende Geschichten zu erzählen wusste. An diesem Fleck erzählte mein Grosspapa, ich auf dem Schosse sitzend, von magischen Wässern und tief verborgenen Schätzen in ebenso tiefen Schächten.

Ein Ort der heute, besonders hilfreich, ein wunderschönes Thermalbad wie auch traumhafte Palmenpärke beherbergt. Ich indes will schwergewichtig über das kaum bekannte Bergwerk „Minas Los Baños“, die damals erbaute Infrastruktur und die damit verbundenen, heute in die Vergessenheit entschwundenen, Dörfer „Los Baños“ und „Chorrillo“ berichten.

Bergwerksareal "Minas Los Baños Sierra Alahmilla" im Jahre 2012

Bergwerksareal „Minas Los Baños Sierra Alhamilla“ im Jahre 2012

Wie immer ist auch hierbei Basis zu meinem Erguss selbst Entdecktes auf dem Felde. Einiges jedoch, anhand gefundener Spuren, bleibt schlicht eine Annahme und nur Teilweise oder gar nicht beweisbar. Wir bewegen uns im Bereich von 2000 Jahren wobei ich hauptsächlich das 19te Jahrhundert illustrieren werde.

Frühe Stollen und heilige Wässer

Alte Stollen "Minas Los Baños Sierra Alahmilla"

Alte Stollen „Minas Los Baños Sierra Alhamilla“

Die frühe Erkundung dieses Ecks gründet auf die Zeit der Römer, viele fanden Vieles in dieser Gegend. Erste Erwähnungen alter Gruben gründen in der Herrschaft der Mauren in Adaluzia um 1100. In Stollen sollen erste Silbererze abgebaut worden sein. Auch früh waren Rennofentechniker unterwegs am verhüten und verschmieden bester Waffenstähle.  Wann genau das zu Felsspalten herausdrückende, 60 Grad warme Wasser entdeckt wurde, ist kaum bekannt. Erwähnt werden die Römer, welche das erste Thermalbad bauen, auch Erwähnung finden die die Mauren. Klar ist, dies Wasser, welchem baldig heilende Kräfte zugesprochen wurde, stand früh in direktem Zusammenhang mit dem Bergwerken. Sowohl die Bergwerke wie das warme herausströmende Wasser fand lange deren rege Verwendung,  dokumentierend indes wirkten erst kommende Jahre um 1200.

Ein Stelldichein nicht immer nur harmonisch funktionierender Interessensgruppen.

Palmenpark "Los Baños Sierra Alahmilla"

Palmenpark „Los Baños Sierra Alhamilla“

Der Südhang des Berges „Sierra Alhamilla“ findet rege Beliebtheit. Insbesondere das Tal der „Rambla de Baños“ wie auch das anschliessende Tal „Rambla de Espinaza“ werden infolge von Mauren, Geistlichen wie auch von sesshaft werdenden Piraten besiedelt. Das talwärts sich abkühlende Wasser begünstigt eine reiche Vegetation, Gärten und Felder entstehen in der Folge. In den oberen zerklüfteten Felsen graben urchige Gestalten nach Erzen während noch urchigere Gestalten den Bergknappen, mit Waffengewalt, dessen Gewinn abluchsen. 9 Paläste, so wird berichtet, entstehen inmitten reicher Palmenhänge. Die Minen erleben dank der rege genutzten Sklaverei ein Revival.  Und auch die warmen Wässer werden zunehmend in ausgedrehte Bäder geleitet.

Reconquista, nix im Griff

Alcazaba (Almería)

Alcazaba (Almería)

Es ist die Zeit der Zurückeroberung durch die Christen um 1489 in denen sich erneut auf „Alcazaba“ (Almería) eine diesmal Christliche Herrschaft einbürgerte. Entgegen tief gehegtem Wunsche  der Eroberer tummelt sich immer noch eine Vielvölkergemeinschaft auf den unwegsamen Gebieten der Sierra Alhamilla. In gut erreichbaren Gebieten indes schwindet der damalige Reichtum einer früheren Maurenkultur. Paläste  und Bäder zerfallen, Räuber, Banditen und Piraten treiben ihr Unwesen in den umliegenden Dörfern. Ganze Dörfer werden aus Furcht vor den Räubern auf den Bergen, aufgegeben.  Aus jener Zeit sind etliche Gerichtsurteile bekannt die belegen das jenes Gebiet um die „Sierra Alhamilla“ alles andere als friedlich war. Gleichzeitig, so kann angenommen werden nutzen etwas versiertere Ausgestossene die zahlreichen Minen um die „Sierra Alhamilla“.

Die Kirche und deren neu entdeckten Barmherzigkeiten

Thermalbad "Los Baños Sierra Alahmilla"

Thermalbad „Los Baños Sierra Alhamilla“

Im Jahre 1777 baut der damalige Bischof  von Almeria das Thermalbad „Sierra Alhamilla“ auf den Fundamenten eines dortig ruinösen Bades. Das Thermalbad solle ebenso barmherzigen, jedoch erkrankten, Brüdern und Schwestern durch die warmen, mineralienreichen Wässer, Heilung bringen. Zahlreiche dortig tätige Ärzte dokumentieren die heilenden Kräfte des Wassers.

 

Die Minen erleben während dieser Zeit keine nennenswerte Nutzung während die Infrastruktur dorthin  zunehmend wächst. In dieser Zeit, so sollte erzählt werden entsteht der erste Fuhrweg mit Brücke, dem Fluss folgend.

Territorialstreitigkeiten, ein Jeder ein Kapitalist

1877 wird bescheinigt dass die Liegenschaft und das Land drum rum, also auch die Erzminen „Los Baños“, Eigentum des Staates sind. Die Kirche welche bis anhin  das Bad nutzte gibt deren Weiterbetrieb auf.

Daraufhin, im Jahre 1879, erwirbt der New Yorker Geschäftsmann „William Dexter Marvel“ die Eisenerzminen „Casualidad“ und „Graciosa“ für damalig 500 000 Peseten. Sowohl der Begriff „Casualidad“ wie auch „Graciosa“ sind mir gänzlich unbekannt und ursprünglich von der Seite „The Almeria to Sierra Alhamilla Line“ entlehnt. Mir bekannte Flurnamen zu den passenden Minen sind Los Baños, genutzt von Geschäftsmann William Dexter Marvel und die zwei Minen Mina Rica wie die Mina Felisa genutzt vom Geschäftsmann Hermann Borner.

Brückenreste Fahrweg "Los Baños Sierra Alahmilla"

Brückenreste Fahrweg „Los Baños Sierra Alhamilla“

1893 wird nach einigen Handänderungen das Thermalbad an die deutschen Ingenieure „Bobrzyk“ und „Mischke“ verkauft. Die Verbindung Bergbau und Thermalbad scheint, bedingt durch einige grössere Infrastrukurbauten, sich zunehmend zu konstituieren.

Eine Bahnlinie zwischen Almeria und „Chorrillo“ mit diversen Erz-Seilbahnanlagen entsteht. Die Fuhrstrasse „Pechina“ „Los Baños“ wird erneut ausgebaut und die Brücke über die „Rambla de Baños“ verstärkt.

Die Erzbergwerke Marvel Iron Company Limited, eine genauere Betrachtung

Wir nennen das Jahr 1890 als die Gegend oberhalb dem Dorfe „Pechina“ genannt „Los Baños“ sich zum Bergbaudorf entwickelt. Eine Erzseilbahn verbindet das obere Dorf  „Los Baños“ mit dem rund 1,5 Kilometer entfernten unterliegendem Ort „Chorrillo“.

Los Baños Sierra Alahmilla

Los Baños Sierra Alahmilla

In Chorrillo wird erstmals zum Weitertransport der Erze eine Bahnlinie ins 16 Kilometer entfernte Almeria gelegt. In Almeria wiederum wechseln die Eisenerze aufs Schiff.

Chorrillo um 1900

Chorrillo um 1900

Aufstieg zu grossen Taten

Morgenluft wittern sie alle samt, zunehmend wächst die Bevölkerung in „Chorrillo“ wie auch am oberen Ende der Seilbahn „Los Baños“. Etliche Investoren beteiligen sich an der Bewirtschaftung, respektive an der Ausbeutung, der Gegend. Das Thermalbad zunehmend integraler Bestandteil der Eisenerzinvestoren, wird renoviert und über die Landesgrenzen hinaus beworben. Die neue Bahn befördert ausser Erz auch Passagiere ins benachbarte Thermalbad „Los Baños“. 1904 sollen Teile des Investitions- Paketes  der „Gérgal Railway and Mines Company Ltd“ gehören.

Spuren der Vergangenheit, das Bergwerk

Nun hier eine Spurensuche meinerseits, zur Rekonstruktion des grossen industriellen Abbaus, ehe die Geschichte fortgesetzt wird. Darum, kleiner Zeitsprung, ich wandere im Jahre 2012 durch die Reste jener Industrieanlage und versuche Damaliges zusammenzusetzen.

Fördertrumm "Minas Los Baños"

Fördertrumm „Minas Los Baños“

Im unteren Teil des Bergwerkareals finde ich, gefährlich gut getarnt, ein Förderschacht welcher tief ins Berginnere hinunterstürzt. Dank eines nahegelegenen Maschinenfundaments, welches mich auf die drohende Gefahr aufmerksam machte, könnte ich aus sicherer Distanz einem kleinen Stein in den Schacht werfen um die Schachttiefe zu erahnen. Entgegen meiner Annahme Kleine Schachtkopf, kleine Tiefe schien dies Teil ganz tief ins Innere zu verschwinden. Mein kleiner Sondierstein prallte immer wieder an die Seitenwände ehe dieser dumpf am Schachtboden aufschlug.

Ein weiterer Schacht deutlich grösser in deren Dimension war mir in Kindheitserinnerung geblieben, nahe des Erzröstofens damals als die Asphaltierte Strasse nicht existierte. Heute hat die neue Strasse den Schacht komplett verschluckt.

Mundloch "Minas Los Baños"

Mundloch „Minas Los Baños“

Rund 20 Meter oberhalb des gefundenen Schachtes zeigen sich zwei stattlich gemauerte Mundlöcher am Berg. Die Stollenbahnschlitze von denen Mundlöcher wegführend, lassen einen regen Materialtransport erahnen.

Stollen "Minas Los Baños"

Stollen „Minas Los Baños“

Eine Erkundung des einten Stollens zeigt heimtückische Hindernisse. Nach der gemauerten Stollenstrecke wird’s richtig gefährlich. Verstürzungen machen sich breit. Da ich alleine im Stollen unterwegs bin wage ich einzig die ersten 50 Meter zu befahren. Kurze gemauerte Stellen erscheinen deutlich brüchiger als der eigentliche Fels.

Mundlocher finden sich bergaufwärts immer wieder indes sind diese je höher umso verstürzter. Teils fielen meterhohe Felsbrocken vor die Stolleneingänge was deren Befahrung erstmals zum Kletteract macht.

Tagbau "Minas Los Baños"

Tagbau „Minas Los Baños“

Im Westteil des Bergwerksareals finden sich ausgedehnte Tagbaubereiche, erschlossen waren diese durch zahlreiche Erzrutschbahnen mit denen die Eisenerze zu Tale gestürzt wurden. Teils sind noch Stollen in den Tagbauschluchten erkennbar. Meine Ahnname wonach anfänglich ein Erzgang mit qualitativ hochstehendem Eisenerz angefahren wurde diesen jedoch bei Erschöpfung von Westen her, zwecks Ausbeutung eher minderer Erze,  zusammengesprengt wurde  erscheint, anhand gemachten Beobachtungen, naheliegend.

Erzröstofen "Minas Los Baños"

Erzröstofen „Minas Los Baños“

Die am Fusse des Bergwerks stehende Aufbereitungsanlage mit Röstofen bestätigt meine Annahme. Glauben tue ich das nach erster Abbauperiode als Spitzenerz dem Fels entzogen wurde später eher minderes Erz im Ofen etwas gepimpt wurde. Der Ofen dürfte zu beginn des 20 Jahrhunderts entstanden sein. Anfänglich, so glaube ich, war diese Gerätschaft nicht von Nöten.

 

Dies Bergwerk könnte demzufolge damals dem Erz folgend wie folgt ausgesehen haben.

Seigerriss Minas Los Baños Sierra Alahmilla

Seigerriss Minas Los Baños Sierra Alahmilla

Der Erzgang könnte sowohl von Süd wie auch von West angefahren worden sein. Die alten Stollen liegen höher und könnten per meiner Vorstellungskraft seitlich direkt in den Erzgang führen während die tiefer liegenden Schächte, eher um 1890, angelegt, nahe der Seilbahnstation, den Erzgang von oben her anfuhren.  Wo heute noch Löcher in einer geraden Linie verlaufend, von Süd nach Nord erkennbar, ist im Westteil sichtlich alles zusammengebombt.

Die Stollen West welche durchaus älterem Datums  sein dürften sind nur noch Ansatzweise in den Tagbauschluchten auffindbar. Indes, ist eine nicht minder bedeutende Abbauzone, mangels Zeit von mir überhaupt nicht erkundet, auf der anderen Rambla de Baños Talseite erkennbar.

Abbau West "Minas Los Baños"

Abbau West „Minas Los Baños“

Gut sichtbar wieder Erzrutschen über verschiedene Abbauebenen hinweg neben riesigen Halden platziert.

Das Gegenende der Seilbahn, „Chorrillo“

Am Ende der, nach meiner Messung, 1381 Meter langer Seilbahn liegt in mitten damalig blühender Felder der heute verlassene Ort „Chorrillo“. Wie uns der Flurname „Chorrillo“ zu berichten weiss, „Chorrillo“ steht für dünnes Wasserstrählchen, solle einst ein kleines Wässerchen das Tal hinunter gesickert sein. In Folge am Rande dieses Wassers, ursprünglich aus der Thermalquelle stammend, sich eine üppige Vegetation ansiedelte.

Chorrillo im Jahre 2012

Chorrillo im Jahre 2012

Zweifelsohne, früh war hier Landwirtschaft in zahlreichen  Terrassenfeldern betrieben worden. Doch erst mit dem Einzug der Eisenerzbahn von „William Dexter Marvel“ erlangte der Ort seine kurze Bekanntheit über die Landesgrenzen hinaus. Zur Landwirtschaft gesellte sich die gesamte Infrastruktur eines Endstationsbahnhofs mit deren Eisenerzverladeanlagen. „Chorrillo“ ist heute gänzlich in die Vergessenheit versunken. Der einstige Reichtum ist verschwunden. Einzig Gebäude, der ausgedehnte Bahndamm  und die grosszügig konzipierte Palmenallee zeugen von einstig grossen Zeiten.

Für mich interessant, Zeugen der Bergbauepoche, insbesondere die Rekonstruktion der Verladeanlagen die ich nie so recht, trotz Grossväterlichen Erzählungen, in meiner Vorstellung zusammenbauen konnte.

Werkstatt Bahnhof "Chorrillo"

Werkstatt Bahnhof „Chorrillo“

Am Ende der Bahnstrecke Chorrillo Almeria links das Werkstattgebäude und im Hintergrund die Lokdepos. Dem Bahndamm folgend welcher sich früh in drei rückgebauten Schienensträngen verzweigt, erscheint das eigentliche Bahnhofsgebäude wie bekannt mit Wartesaal, Stationsvorsteherbüro und allem was sonst so nen Bahnhof haben sollte.

Bahnhof "Chorrillo"

Bahnhof „Chorrillo“

Noch galt mein Hauptinteresse der Erzumladeanlage von Seilbahn zu Zug. Ich kannte die Seilbahn nur aus Erzählungen, eindeutige Beweise für deren Existenz fand ich im Bergwerksareal keine. In „Chorrillo“, wo vieles noch so steht wie vor hundert Jahren, erhoffte ich den Beweis für diese nicht minder ausgedehnte Stahlkonstruktion zu finden. Und wenn ich aus überlieferten Abenteuern meines Grossvaters  wusste das in Bürgerkriegsjahren fertig verhütetes Eisen, in Form von Schienen und Stahlträgern, begehrtes Gut war, so hoffte ich wenigstens etwas an Fundamenten oder Verwandtes vorzufinden.

Seilnbahnfundament Bahnhof "Chorrillo"

Seilnbahnfundament Bahnhof „Chorrillo“

Und Tatsächlich etwas versetzt zum Bahneinschnitt an Stelle wo zwei Geleisezweige auf unterschiedlichen Höhenniveaus enden, sitzt fest eingemauert ein Fundament-T einer vermutlichen Stahlkonstruktion die sowohl ein schweres Drahtseil wie auch die grossen Erzsilos zu tragen hatte.

Auf diesem Fundament stand eindeutig einst letzter Aufhängepunkt der Erzseilbahn zu den Bergwerken „Los Baños“. Indes so wird berichtet solle eine zweite Seilbahn „Hermann Borner“ gehörend auch auf die besagte Bahnlinie gelegt worden sein. Diese zweite Seilbahn welche gemäss Faydon.com die „Alfaro-Minen“ erschloss, sei Kilometer 1 von „Chorrillo“ entfernt eben an die Bahn anschliessend, zu finden.

Also machte ich mich im Bahneinschnitt weiter Richtung „Pechina“. Faydon.com beschreibt mit Bild eine Stelle die ich genauer untersuchen wollte. Auch interessant in diesem Zusammenhang, „Alfaro-Minen“ waren mir nicht bekannt, indes aus Faydon.com beschriebenen Kabellängen 1650m plus 3500m zirkelte meine Bergstation auf die Bergwerke „Mina Rica“ und „Mina Felica“ welche jedoch eindeutig nicht auf dem Berg „Alfaro“ liegen.

Wassertankstelle Chorrillobahn

Wassertankstelle Chorrillobahn

In Hoffnung nun ein weiteres Fundament zu finden, dieses jedoch für etwas mehr Meter Seil wie auch grösserer Höhendifferenz ausgelegt, suchte ich nach Spuren entlang der Bahnlinie. Was Faydon.com als Bahnhof Alfaro inklusive Talstation der Seilbahn beschreibt entpuppt sich bei genauerem hinsehen als ehemalige Wassertankstelle für die Dampfloks. Die kreisrunden Sockel für die damaligen Wassertanks sind klar erkennbar. Auch liegt neben den zwei Wassertanksockeln ein erhöhtes Perron welches hierbei den Zugang zum Kesselwasserfüllstutzen der Dampflok vereinfachte.

Der Berg „Alfaro“ ist aus dieser Position, Luftlinie, nicht erkennbar auch die beiden Bergwerksareale kann ich nicht erkennen am Berge, was die zwei Seilbahnen 1650m plus 3500m erklären täte.

Was jedoch gänzlich verschwunden bleibt ist das Fundament der Seilbahn. Weit und breit ist nicht die geringste Spur auffindbar. Es scheint so als hätte „Hermann Borner“  hier ganze Arbeit geleistet und alles Razeputz abgebaut.

Brücke Chorrillobahn

Brücke Chorrillobahn

Am Ende des Bahndamms die damalige Eisenbahnbrücke über die „Rambla de Espinaza“ ehe sich die zurückgebaute Bahnlinie in den Fels frisst bis „Pechina“.

Meine Rekonstruktion der damaligen Bauten in Seigerriss dargestellt, da mein Blatt nicht unbedingt grösser wird, im Sosolala- Massstab.

Seigerriss Erzverlad Chorrillo

Seigerriss Erzverlad Chorrillo

Aufstieg und Fall, die Geschichte folgt weiter

Nachdem ich eingehend das Gebiet umkrempelte die Weiterentwicklung der damaligen Historie.

Über irgendwelche Umwege erwirbt die inzwischen richtig Fett gewordene „The Alquife Mines and Railway Company“ um 1910 grosse Teile der Aktienpakete  der „Marvel Iron Company Limited“ und der „The Chorrillo Almeria Railway Co. Ltd“.

1914 wird selbige Gesellschaft „The Alquife Mines and Railway Company“ Besitzer der Thermalbäder.

1915 sind allmählich alle Abbaugebiete erschöpft. Die Eisenerzgesellschaft fährt happige Verluste ein trotz des zunehmenden Personenzugsverkehrs auf der Bahnstrecke „Almeria Chorrillo“.

1920 werden die Bergwerksanlagen, die Bahnlinie und Seilbahnen aufgeben.

1934 wird die Bahnanlage verstaatlicht mit wenig Erfolg. Nach dem Spanischen Bürgerkrieg sind weite Teile der Bahnstrecke verschwunden. Schienen und Installationen zusammengeklaut die Siedlung „Chorrillo“ aufgeben.  Die Felder verenden allmählich und die Häusersiedlung zerfällt.

Häuser in Chorrillo

Häuser in Chorrillo

Das Thermalbad wechselt etliche male die Hand ohne je Wiederbelebung zu erlangen.

Im Jahre 1987 bildet sich die Gesellschaft „Aguas de Sierra Alhamilla SA“ mit der Idee das heilende Wasser wie auch die Bäder wieder zu nutzen. Gesellschafter zu je 50 % sind „Isidro Pérez Molina“ und der deutsche Investor und Tourismuspionier „Gerhard Ackermans“. Wenig später wird unter neuer Eigentümerschaft das Thermalbad restauriert und wiedereröffnet. Die Minen „Los Baños“ heute unbrauchbares Gelände sind im Staatsbesitz. Auf einem Teil des Bergwerksareals war 1986 die Strasse AL-P-816 gebaut worden womit Teile des Bergwerks insbesondere der Hauptförderschacht für immer begraben liegen.

Fazit

Es zeugt die Geschichte hier von tiefer Ausbeutung. Die Briten, welche hier eher für Technisches zuständig waren, betrieben gegen Schluss der Bergwerksära regelrechten Raubbau. Nachdem Briten, Amis und Sonstige alles nur irgendwie nach Eisen schmeckende abtransportierten, tobte ein Bürgerkrieg welcher erneut alles nur erdenkliche im Schlund der Nationalsozialistisch geprägten Franco-Kriegsmaschinerie versenkte. Die spähten Jahre der Diktatur  waren geprägt von dilettantischen Liebäuglereien mit der Deutschen Hochfinanz. Zahlreiche Tourismusprojekte platteten weite Strand-Landsstriche in und um Almeria. In Strandnähe wurden immense Treibhaus- Monokulturen gepflanzt, im Landesinneren jedoch zeichnete sich zunehmend ein Bild der Dürre ab. Das gesegnete heilende Wasser von der Thermalquelle scheint heute, wie das Satellitenbild zeigt, sich in die luxuriös gestalteten Schwimmbäder der oberhalb von Chorrillo liegenden Cortijos zu verirren. Aus Chorrillo wurde einzig Trockenheit.

Thermalbad "Los Baños de Sierra Alahmilla"

Thermalbad „Los Baños de Sierra Alhamilla“

Einzig das Thermalbad schaffte es zu neuem Glanz und auch erwähnenswert, die herzlichen Biernächte in der Bar PEPE EL RUBIO im kleinen heute etwas herausgeputztem Dörfchen Los Baños.

Update Minas de Sierra Alhamilla Anno 1938

Ein ehrenwerter Leser meiner Seite spendete mir eine Karte des Gebiets aus Jahren 1938. So konnte ich die näheren Zusammenhänge zwischen denen zwei Bergbaudynastien Hermann Borner und William Dexter Marvel weiter erkunden. Kombiniert mit dem Reliefmodel entsteht ein äusserst detailliertes Bild der damaligen Anlagen. Bonus hierbei, viele der Mundlöcher sind verzeichnet und auch der genaue Seilbahnverlauf wird nun klar. Mein gesuchtes zweites Fundament scheint nun aus der Karte heraus ersichtlich. Es dünkt mich als wäre die Seilbahnumlenkrolle westlich der Bahnlinie angebracht und nicht wie anfänglich, im Gelände gesucht, östlich stehend.

Chorrillo um 1938

Chorrillo um 1938

Zur Verdeutlichung empfiehlt sich das Karten-Bild anzuklicken um eine höhere Auflösung abzurufen.

Das Karten-Koordinatennetz ist im Kilometerraster gezeichnet. Somit wird klar, die Erzseilbahn der Hermann Borner Eisenbergwerke ist deutlich länger als jene von William Dexter Marvel. Ohnehin war anno 1938 das Bergwerk der Herman Borner Dynastie, welches sich knapp über 2 mal 2 Kilometer Planquadrate erstreckt, um einiges mächtiger als jenes des Konkurrenten Dexter. Dexter jedoch war im besitze der gesamten Eisenbahninfrastruktur was dieser sich zu Bergwerksblütezeiten 1910 regelrecht vergolden liess. Indes sind, gemäss der Geschichte anno 1938, die Erzlägerstätten erschöpft. Sowohl die Alfaro-Minen von Hermann Borner wie auch die Minas Los Baños Sierra Alhamilla des Konkurrenten sind längst stillgelegt. Interessant jedoch, die Anlagen sind noch in der Karte minutiös vermerkt als hätte der Staat, welcher sich mittels Verstaatlichung, sich den Infrastrukturen bemächtigte noch Hoffnung gehegt die Minen wieder zu aktivieren.

Das Gegenteil geschah, die Einrichtungen verschwanden Stück für Stück, der tobende Bürgerkrieg frass die letzten Installationen, insbesondere Stahl in Form von Schienen und Trägern war äusserst gefragt. Was aus den beiden Gesellschaften wurde, ist kaum bekannt. Insbesondere die Borner- Dynastie hinterliess wenig niedergeschriebene Spuren. Indes sollen noch heute ausgedehnte Bergbauanlagen und Stollensysteme auf dem, schlecht zugänglichen, Alfaro zu finden sein. Für mich, klar sobald ich wieder in diesem Gebiet weile, eine Reise wert.

Und es gab eine weitere Reise, diesmal in Begleitung meiner Bergbaufreude und der Idee dies Gebiet genauer unter die Lupe zu nehmen.

Update Part II

Oder weitere Geheimnisse um und im Boden rund ums Bergbaudörfchen Los Baños und Chorillo.

Die Gruben

Aber erstmals will ich, in Sinne unserer Studienreise, mich dem Gruben im damaligen Bereich der Bergbaudynastien Hermann Borner und William Dexter Marvel widmen. Da auch bei dieser Reise wir, als Gruppe, im Thermalbad nächtigten waren die nebenan gelegenen Gruben hauptsächliches Ziel unserer Ausflüge.

Grubenplan Sierra Alhamilla

Grubenplan Sierra Alhamilla Stand 2017

Aus alten Büchern und gewonnenen Erkenntnissen baute ich ein Plan der näheren Gruben zusammen. Dieser Plan kann durch Anklicken, wie üblich auf meinen Seiten, vergrössert werden.

Die Reviere in Los Baños sind in vier Bereiche aufgeteilt. Wie bekannt war das Casualidad-Revier  das erste welches William Dexter Marvel erwarb. Dieses liegt nordöstlich des Thermalbads und beherbergte damals bereits sehr alte Minen.

Mina de la Plata

Mina de la Plata

Eine, wohl die legendenreichste, ist die „Mina de la Plata“ und, wie der Name unschwer erahnen lässt (Plata für Silber stehend), damals, zeitlich weit vor Marvel, Blei und Silber förderte. Wie alt dieses Grube ist, lässt sich schwer erahnen. Die Bauform und die angewendete Fördertechnik (Espuertaförderung) verleiten mich zur Datierung um 1700 oder früher. Im Innern sind lange Stollenabschnitte sauber mit Versatz ausgebaut. Teilweise mit Gips ausgespachtelte Rundbögen vermittels den Eindruck einer unumstösslichen Stabilität.

 

Tatsache ist, die Männer von der Marvel Iron Company waren im Werk unterwegs und decken den alten Untertage-Förderschacht mit Normschienen ihrer Stollenbahn ab.

Schacht Mina de la Plata

Schacht Mina de la Plata

Noch heute sind die Schienen auf dem unterirdischen Schachtkopf platziert. Dieser Fundus an bestem Baustahl überlebte die Jahre im Schachte dank der Tatsache dass dies Bergwerklein äusserst eng gebaut ist und ein Abtransport des begehrten Schienenstahls wohl akrobatisches Können vorausgesetzt hätte. Heute ist die Grube, mit einer Stollenlänge von 100 m restlos fahrbar. Ob die Männer von der Marvel-Gesellschaft nennenswerten Abbau betrieben, ist anzuzweifeln. Die Mine ist sehr eng und es gibt keinerlei Indizien für grössere Infrastrukturbauten. Noch hinzukommend war die Gesellschaft schwergewichtig an der Eisenerzgewinnung interessiert. in der Mina de la Plata gibts kaum Spuren von Eisenerzen.

Etwas höher gelegen sind noch verschiedene Installationen des Eisenerzbergbaus erhalten. Zum einen liegt ein grosser Pochplatz mit edler Steinbepflasterung nördlich des Weges anderseitig kleben noch Ruinen einer Abwurfanlage am Hang.

Abwurfanlage Casualidad

Abwurfanlage Casualidad,  im Hintergrund das Dorf Los Baños

Wer dieser Abwurfanlage aufwärts folgt findet sich zwangsläufig auf einer Bahndammanlage. Dieser Bahndamm, für 60er Spur Kipploren ausgelegt, schlängelt sich entlang des Hangs in Richtung Norden. Noch immer Casualidadrevier liegen entlang des 60er Bahntrasses weitere alte Gruben die noch vor Marvel Iron Company Eisen abbauten.

Grube Descuido

Grube Descuido

Eine dieser Gruben nennt sich lieblich „Descuido“ was für Sorglosigkeit steht doch wer dies Werk, übers obere kleine Mundloch, betritt sollte durchaus Sorgen haben denn die Struktur ist kaum übersichtlich und ein Verirren durchaus wahrscheinlich. Auch diese Grube könnte, längst vor Marvel, aktiv Eisenerz gefördert haben. Wieder, unmissverständlich erkennbar, bald ab Mundloch, keine eigentliche Fahrstrecke. Mittels Espuertas (Strohkörbe) zogen die Knappen das schwere Erz auf und ab.  Die Dreidimensionale Orientierung mutiert in diesem Werk zum Spitzensport.

Auf der untersten Sohle, Höhe des bekannten Bahndamms, legte Bergbaupionier Marvel eine Fahrstrecke an welche die alten Gruben erschloss. Diese Fahrstrecke, mit einer Länge von gefühlten 400 m, ist in Richtung Tag gnadenlos verstürzt was den Besucher zur Rückreise übers kaum überblickbare Abbaufeld zwingt. Abgesehen von reichlich Eisenerz haben meine Gesteinsbewanderten Freunde  noch Unmengen an Schwerspat  gefunden.

Später wird Marvel, um die 1890er, die Gruben im Revier“Primero de Mayo“ erwerben. Auch diese Gruben könnten lange vor Marvel begehrte Metalle wie Blei, Silber und Eisen gefördert haben. Heute jedoch ist auf dem Revier „Primero de Mayo“ so ziemlich jedes Fels-Teilchen 7 mal gedreht worden.

Mina Primero de Mayo

Mina Primero de Mayo

Fest steht, auch in diesem Revier waren erstmals grosszügig konzipierte Fahrstollen angelegt worden. Ein komplexes Netz an Rollstrecken durchzieht den Berg. Das Eisenerz ist zwar markant vorhanden doch der Abbau beschränkte sich auf Linsen in denen die besten Erze auftraten.

Grube Pimero de Mayo

Grube Pimero de Mayo

Die Stollen erreichen eine empfindliche Nähe zur Thermalquelle die zeitweilig 60 grädig aus dem Vulkangestein tritt. Im Stollen sind wenige ausgeräumte Abbaulinsen bis zu 40 Grad heiss ohnehin, frieren war, ungewohnt für uns Schweizer, nie angesagt.

Die Türstockzimmerung ist oft mit der Stollenbahn-Normschiene ausgeführt. Sowohl Schienen wie Schwellenelemente finden wir in der Dachkonstruktion reichlich. Dies ermöglicht uns eine klare Identifikation der angewendeten Grubenbautechniken.

Im Revier Primero de Mayo ist weiter der Röstofen, die Erzverarbeitung und die Seilbahnbergstation angesiedelt, respektive war angesiedelt. Weitere Reviere die Mavel in jener Zeit bewirtschaftete nannten sich „San Claudio“ und „Dar en el clavo“ beide südlich des Dorfes gelegen. Gesamthaft betrieb Marvel ein Bergbaugebiet von 2 mal 2 Kilometer indes mit zum teil geringer Ausbeute.

Ehe ich mich jedoch anderen Geheimnissen zuwende ein kleiner Abstecher ins Hermann Borner Abbaugebiet am benachbarten Alfaro. Hier die zwei bekannten  Grubenreviere „Mina Rica“ stehend für Reiche Mine und  die „Mina Felisa“. Beide Bergwerke umspannen ein Gebiet von 2 mal 3 Kilometer. Auch dies Werk nutze eine Seilbahn nach Chorillo um die Erze auf die Bahn zu schaffen.

Mina Felisa Knappenhäuser

Mina Felisa Knappenhäuser

Ebenso förderte auch dies Bergwerksareal Eisenerze wobei die weit verstreuten Installationen von grossem Erzreichtum zeugen. Noch heute liegt viel bestes Erz verstreut was auf den vorzeitigen Abbau der Seilbahn hindeutet.

Mina Felisa

Mina Felisa 60er Bahntrasse

Die Fahrwege übertage verlangten ein ausgedehntes Stollenbahnnetz. Teilweise stehen noch elegante Brücken in ausgedörrten Flussläufen. Das Bergwerk Felisa liegt auf rund 900 höhenmeter am Westgrat der Sierra Alhamilla.

Mina Felisa Hauptabbau

Mina Felisa Hauptabbau

Die Gruben sind teils in wuchtige Hallen geweitet. Auch diese Anlagen waren um 1890 relativ modern, nach britischem Vorbild, mit Rollmaterial ausgestattet. Unterhalb der Abbauzonen sind Rollstollen angelegt. Mittels Abwurfschächten konnte so das Erz auf die Kipploren verladen werden. Im Revier Mina Felisa respektive Mina Rica finden sich zahlreiche Sondierstollen  die jedoch keinerlei Erz aufspürten.

Trotz des beschwerlichen Weges ein für mich durchwegs lohnender Einblick in ein rund 50 Jahre verborgenes Kapitel meiner Neugierde. Ein Gebiet über welches mein Grossvater viel zu berichten wusste, ich dennoch knapp 52 Jahre warten musste ehe ich Einblicke erhaschen konnte.

Das Geheimnis um des Bergknappen letzte Ruhestätte

Alte Karten von Andaluzia wissen von einer alten Friedhofsanlage knapp unterhalb Los Baños zu berichten. Tatsächlich sprechen Grubenpläne eine eindeutige Sprache was die damalige Wohn und Arbeitsbevölkerung in Los Baños anbetrifft. Es müssten einige 100 Personen im beschaulichen Ort Los Baños zwischen 1880 und 1930 gelebt haben um diese Mengen an Hohlräumen im Berg zu generieren. Zwangsläufig müssten auch welche gestorben sein und deren verdiente letzte Ruhe nahe dem Orte gefunden haben. Dieser Friedhof von Los Baños war den auch Ziel eines Ausflugs.

Friedhof Los Baños

Friedhof Los Baños

Der Friedhof liegt gut verborgen zwischen den Hügeln mittig Los Baños und Chorillo. Beide Orte dürften diesen Begräbnisort genutzt haben. Irgendwann, niemand weiss dies so genau, wurde der Eingang zugemauert. Bei unserem Besuch klaffte ein grosses Loch in der Friedhofs-Mauer welches uns den Eintritt gewährte.

Friedhof Los Baños

Friedhof Los Baños

Im Innern zeigte sich ein Bild der Verwüstung keineswegs war den verstorbenen eine ewige Ruhe gewährt.

Der einzige noch feste Grabstein ist auf das Jahr 1918 datiert. Weitere Grabsteine, die verstreut herumliegen, sind bis aufs Jahr 1936 nachverfolgbar. Soweit gefunden sind Normgrabsteine verbaut worden.

Einige Erdgräber sind geöffnet, auch so liegen die zwei noch verbleibenden Grabnischen aufgebrochen und leer. Der aufgewuchtete Gebeineschacht ist auch so sauber leer geräumt. Die Toten sind hier, wies scheint, klangheimlich verschwunden. Einzig etwas Sargholz ragt aus einem Backsteinhaufen und in einer Grabnische liegt ein interessantes Relikt aus der Bergbauzeit, eine Norm-Stollenbahn-Schiene.

Wir stellten fest, die letzte erkennbare Bestattung fand 1936 statt, fest steht auch, der Eingang zum Friedhof ist über 50 Jahre zugemauert. Merkwürdig jedoch, niemand aus dem Dorf weiss über den Verbleib der Gebeine. Auch so scheint diese Geschichte wie ausgeblendet. Klar ist, die Spuren zeugen nicht unbedingt von einer offiziellen Exhumierung. Fest steht weiter, das Friedhofsareal erfreute sich äusserst selten über ausgiebigen Besuch.

Kein Zweifel, wir werdens wahrscheinlich nie erfahren.

Chorillo das cineastische Revival

Ein Milionenpublikum kennt die prächtige Landschaft am Ufer der Rambla de Espinaza.

Chorillo begehrte Filmkulisse

Chorillo begehrte Filmkulisse

Nur die wenigsten werden jedoch wissen das dies in zahlreichen Filmen abgelichtete Gebiet zu den Feldern und den Häusern von Chorillo gehört.

Bahndamm Chorillo

Bahndamm Chorillo

Noch steht er, der Bahndamm und die Reste der Verladeanlage aus Zeiten der Marvel Iron Company. Wie lange noch dies Industriekulturdenkmal zu bestaunen sein wird, wird die Zeit zeigen.

Die kleine Gemeinde Pechina, welche die Grundstücke heute verwaltet, freut sich über die neu erschlossene Goldmine, der Filmindustrie.

Grosse Namen wie „Games of Thrones“ mit einer Jurtenniederbrennenden „Daenerys Targaryen“ oder auch „Ridley Scott“ mit „Exodus“ waren im kleinen Bergbauort filmisch unterwegs. Die Goldmine Filmindustrie scheint indes längst nicht im trockenen Flussbett der Rambla Espinaza zu versickern.

Pferd in Chorillo

Pferd in Chorillo

Den auch am Tage unserers Besuches langweile sich ein Pferd, gehörend zu unbekannter Filmrequisite, hinter Filmkulissen.

In welchem Film dies Tier und die dazugehörenden Schnellbaukulissen zu sehen sein wird, könnte uns niemand schlüssig beantworten. Nur soviel sei den Dorfbewohnern bekannt, diese Produktion hinke in Sachen Professionalität den Vorgängern weit hinter her. Pechina indes füllt fleissig die Gemeindekasse. Geplannt ist gar, mit solch edlem Zustupf, den Bau eines Ordsmuseums im Ort Los Baños.

Die Neuzeitruinen von Los Baños

Auch diese Zeitepoche damaliger Neubauprojekte bleibt ein Geheimnis.

Neubauruine Los Baños

Neubauruine Los Baños

Zahlreiche Neubauprojekte sind in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts auf Los Baños zum Boden heraus gestampft worden. Rund 10 bis 15 schmucke Reiheneinfamilienhäuser hätten hinter dem ehrwürdigem Thermalbad entstehen sollen. Wer hinter solch ambitionierten Projekte steckte, könnte ich nicht eindeutig in Erfahrung bringen. Ich vermute, anhand Katasterplänen und des Stollenanschlusses im Hinterhof der Bauruinen, die Restaurierer und wiedereröffner des Themalbads „Isidro Pérez Molina“ und der deutsche Tourismuspionier „Gerhard Ackermans“. Klar ist, kurz vor der Vollendung der Bauten verweigerte die Gemeinde Pechina die Baubewilligung. Infolge blieben die Gebäude nach Gesetz unbewohnbar.

Thermalgesenk Grundstrecke Primero de Mayo

Thermalgesenk  Primero de Mayo

Heute sind sie interessanter Tummelplatz für Urbanexplorer und, uns zukommend, bequemer Einstieg in die untere Grundstrecke. Diese untere Grundstrecke verfügt ein kleines Thermalgesenk welches Isidro zeitweise, mit Hilfe einer Tauchpumpe, zur Nachspeisung  des, längst vergessenen, Schwimmbads westlich des Balnearios, nutze. Während das Schwimmbad vor sich hin verfällt ist die Tauchpumpe längst einer neuen Verwendung beigezogen worden.

Die Tauchpumpe sitzt, dessen könnten wir uns überzeugen, nimmer im 40 grad warmem Gesenkwasser.Wasserleitungen und Kabel indes weissen den Weg hinaus übers alte Mundloch zum Schwimmbad.

Die Geschichte könnte ich hier noch weiter in unendlich viele weitere Geschichten ausarbeiten indes ist leider auch hier mein Platz auf dieser Seite beschränkt. Darum hier, ein vorläufiger Schlusspunkt mit einer Erweiterungsoption.

Luisa

Bilderquellen

Satellitenbilder: Instituto Geografico National
Relief Gelände: Iberpix
Fotos / Pläne: Luisa Karrer

Quellen

„Los Baños de Sierra Alhamilla“ von „Antonio Fernández Sáez“ und „Belén Aguirre Segura“
Webseite The Almeria to Sierra Alhamilla Line auf Faydon.com
Kartenvorlage 1938  Jose Martinez

Geodaten

Chorrillo / Los Baños 25tausender-Karte

Ganz speziell hier diese Geschichte gewidmet meinem Grossvater Eduardo Sanchez welcher Vieles aus diesem Fleck zu berichten wusste.